Sicher Unsicher

FAQ: Erste Schritte in die Welt der weiblichen Dominanz

Vorwort

Über BDSM, Dominanz und die Sache mit dem Einstieg

BDSM ist und bleibt ein wachsendes Phänomen, für das sich mehr und mehr Menschen interessieren. Vor allem seit Fifty Shades of Grey den Begriff BDSM, den „kinky Lifestyle“, das „Spielzimmer statt Schlafzimmer“-Prinzip salonfähig gemacht hat, wächst das Interesse. In meinem ersten Buch „Vernünftig Unvernünftig“ habe ich über die Gefahren und Risiken geschrieben, die gerade unerfahrenen Frauen, die auf der passiven Seite einsteigen wollen, in diesem Bereich begegnen können. Doch es gibt auch eine immer größer werdende Zahl an Frauen, die den Reiz an der sexuellen Dominanz für sich entdecken. Die nicht immer „passiv“ sein wollen, die merken, dass es ihnen durchaus gefällt, die Ansagen zu machen. Die diesen gewissen Reiz spüren, den der Gedanke ausübt, einen Mann im sexuellen Kontext betteln zu sehen. Frauen, die gerade beginnen zu lernen, sich in Sachen Sex einfach zu nehmen, was sie möchten – einvernehmlich und so, dass es am Ende beide Spaß haben.


Spannend ist und bleibt dennoch, dass zahlenmäßig die allermeisten Frauen auf der devoten bzw. der passiven Seite einsteigen. Natürlich: Wenn man als Frau schon auf SM steht, dann natürlich auf der Seite, die sich schlagen und dominieren lässt – es ist ja irgendwie naheliegend: Hollywood verkauft uns täglich, dass es romantisch ist, wenn Männer uns retten, uns gegen Wände drücken und uns Krawatten um die Augen binden. Medien tragen ihren Teil dazu bei, indem sie das Klischee der Lack-tragenden Domina aufrecht erhalten, die den vor sich knienden Mann als „Wurm“ beleidigt und die Gesellschaft erledigt den Rest, indem sie jeden eher devot wirkenden Mann als „Pantoffelheld“ und jede eher dominante Frau als „Emanze“ oder „Hausdrache“ bezeichnet. Und selbst in unseren eigenen Reihen, der BDSM-Szene, gibt es nicht selten Stimmen (von meist pseudo-dominanten Männern), die behaupten, dominante Frauen seien im Grunde verkappte Männerhasserinnen. Ich darf mir den Sarkasmus erlauben – ich selbst bin auf der devoten Seite eingestiegen, einfach weil es… nun ja, eben naheliegend war.

Interessant und wichtig zu wissen ist, dass inzwischen klar ist (durch unterschiedliche Studien belegt, wie eine Übersicht auf Datenschlag und anderen Seiten bestätigt), dass die Gruppe submissiver Männer längst nicht so klein ist wie nach außen suggeriert wird – im Gegenteil. Gleichzeitig sind nur die wenigsten Frauen hauptsächlich submissiv veranlagt, sondern mindestens Switcher.

Ich persönlich bin zutiefst davon überzeugt, dass jeder Mensch, der mit sich selbst halbwegs im Reinen ist und sich einigermaßen gut kennt, zumindest zu wenigen prozentualen Anteilen Switcher ist, wenn auch mit durchaus starker Neigung in eine Richtung. Die menschliche Persönlichkeit ist eine komplexe Sache und spätestens wenn wir auch Bereiche außerhalb der Sexualität miteinbeziehen, wird schnell klar, dass wir alle devote und dominante Tendenzen in uns haben, egal wir klein. Niemand ist irgendetwas „zu einhundert Prozent“.

So vermeintlich naheliegend wie der Einstieg von Frauen auf der passiven Seite (leider) ist, so naheliegend ist es also auch, dass früher oder später viele davon ihre Neugier in die andere Richtung entdecken – die Frage ist nur:

Geht frau ihr nach oder nicht?

Die Wurzel allen Übels

Mein erster Schritt auf dem Weg zur Dominanz war nicht CBT (cock and ball torture). Meine erste Session habe ich nicht mit einer Penisbondage begonnen. Als ich das erste Mal eine klare Ansage gemacht habe, während ein Mann vor mir kniete, kam ich mir albern vor und als ich zum ersten Mal eine Prostatamassage gab, während eine befreundete Domina mich anleitete, fühlte ich alles – nur keine Dominanz.

Aber was hieß das? Einerseits war ich mir nach all meinen Erfahrungen auf der passiven Seite sicher, dass das nicht alles sein kann, was das Wunderland BDSM mir zu bieten hat. Dass da noch mehr war, noch mehr in mir steckte und dass ich die Vorstellung nicht umsonst so erregend fand, in der die Frau sich einfach die Zügel nahm, von Männern angebetet wurde, ausgiebig geleckt wurde, ohne dass sie am Ende dachte, sie müsse sich jetzt als Dank mit einem Blowjob revanchieren, sondern im Gegenteil das ergebene „Danke“ des Mannes entgegennahm.

Die Vorstellung, dass der Mann es ist, der kniet und auf ihre Ansage wartet.

Die Vorstellung, dass sie ihren Sadismus auslebt und er dennoch um mehr bettelt.

Die Vorstellung, dass sie die Frau sein kann, die sie immer schon sein wollte – aber die sie im Alltag unter Verschluss hält, weil sie sonst als herrisch, arrogant und gebieterisch gelten würde.

Ich korrigiere:

Ich denen ICH die Frau sein konnte, die ich immer schon sein wollte.

Die femme fatale, die Verführerin, die schwarze Witwe, der keiner widerstehen kann, die Männer mit einem sarkastischen Lächeln dazu bringt, noch mehr für sie zu leiden, weil sie sie so anbeten, bis sie endlich Erlösung finden. Ich hatte tausend Vorstellungen, tausend Stile, die ich ausprobieren, tausend Rollen, die ich für eine Nacht einnehmen wollte.

Aber gleichzeitig kam ich mir albern vor, wenn ich auch nur daran dachte, zu einem Mann „knie dich hin“ zu sagen – es war also wohl einfach nicht mein Ding.

Oder?

Es gibt einige Femdom-Bücher, Ratgeber, Seminare und Workshops, die sich mit dem Aufbau von Sessions beschäftigen, mit Schlagtechniken, konkreten Praktiken und Handhabungen. Auch davon könnte ich einiges zeigen, aber hier gibt es ganz eindeutig bessere Ansprechpartnerinnen: Allen voran großartige Dominas, die teilweise Jahrzehnte Erfahrung in diesem Bereich haben und an die ich regelmäßig weiterempfehle.

Nein, mein Wunsch, mein Ansatz war und ist ein anderer: Ich möchte drei Schritte vorher anfangen. Nämlich da, wo die Hemmung, das Zögern ihre Wurzeln schlagen.

Da, wo die Neugier groß, aber eine andere Sache noch größer ist:

Die eigene Unsicherheit

Dominanz entsteht in meinen Augen aus einem Zusammenspiel vieler Eigenschaften. Und doch war es für mich persönlich immer eine, die wichtiger und unentbehrlicher war als alle anderen: Souveränität.

Ich habe ein recht klares Bild von dem, was ich mir unter Dominanz vorstelle – vor allem seit ich meine Erfahrungen auf der devoten Seite gemacht habe. Ich würde mich niemandem unterwerfen, der nicht eine gewisse Souveränität ausstrahlt. Souveränität bedeutet für mich hauptsächlich Sicherheit. Sicherheit entsteht durch… ja, durch was? Ganz ehrlich: Ich glaube, in erster Linie durch Erfahrung, Routine und in zweiter Linie durch die innere, positive Verbindung zur Handlung.

Soll heißen: Ich kann etwas ungern tun, dann dauert es zwar länger, aber mit genügend Routine bekomme ich Sicherheit. Und ich kann umgekehrt etwas gern tun, aber wenn ich keinerlei Routine habe, dann bin ich zu Beginn eben unsicher.

Und hier liegt der Punkt, der in meinen Augen der Kern des Problems ist:

Wenn ich etwas gern mache und vermehrt Erfahrung sammle, dann fühle ich mich zwangsläufig früher oder später immer sicherer darin und mit dieser Sicherheit kommt alles andere: Ich werde freier, innerlich entspannter, denke nicht über jede Handlung nach, werde intuitiver, damit kreativer, spontaner, flexibler, möchte ausprobieren, lasse mir immer weniger „reinreden“, habe klarere Vorstellungen und finde meinen eigenen Stil. Diese Eigenschaften allein machen zwar noch keine/n gute/n Dom/me aus, aber ich halte sie für die Basis, die Grundmauern. Und wie soll man bitte herausfinden, ob sich der Ausblick vom Dach lohnt, wenn bereits die Grundmauern bröckeln?

Das war jedenfalls die Frage, die ich mir damals stellte und wenngleich die Antwort nicht einfach war, bin ich heute froh, dass ich sie mir stellte. Die Antwort nämlich lautete: Stimmt, meine Grundmauern sind nicht stabil:

Ich bin unsicher.

Ich habe Angst vor einigen Dingen.

Ich weiß nicht, ob ich die Verantwortung tragen könnte.

Ich weiß auch nicht, wo anfangen, wie man dominant ist, ob man das lernen kann und überhaupt, ob das eigentlich etwas für mich ist.

Das Ding war… ich wusste, ich würde nie herausfinden, ob mir der Blick vom Dach gefällt, wenn ich es nicht irgendwann schaffte, da hoch zu kommen. Aber um da hoch zu kommen, musste ich an den Grundmauern arbeiten, sonst war das Risiko zu hoch, dass alles einstürzt.

Also arbeitete ich. Überwand Hemmungen. Hielt das Gefühl aus, mich albern zu fühlen und probierte aus. Ich lernte, fragte, knüpfte Kontakte. Und sie kam, diese Sicherheit, von der ich nie geglaubt hätte, dass sie in mir steckt – schneller als ich je erwartet hatte.

Das wirklich Spannende aber war:

Mit der Dominanz wurde ich selbstsicherer – auch und gerade im Alltag.

Und mit der Selbstsicherheit im Alltag… wuchs mein Hang zur sexuellen Dominanz.

Weggabelungen

Rückblickend ist die Dominanz für mich etwas, ohne das ich nicht die Frau wäre, die ich heute bin. Und nein, es ist keine Facette, die „hinzukam“ – es ist ein Teil, der fehlte. Etwas, ohne das ich mich heute unvollständig fühlen würde und das ich damals tatsächlich vermisste, ohne zu wissen, was es war.

Ich wusste, da schlummerte etwas in mir, immer schon – aber ich hatte keine Ahnung, wie ich es rauslassen konnte, ohne dass die Welt mich für arrogant hält, eingebildet, herrisch, kalt. Ich wollte diese Frau sein, die ich mir so beeindruckend vorstellte, hielt mich aber selbst klein, aus Angst, vor meiner eigenen Unzulänglichkeit, aus Angst, vermessen und arrogant zu wirken, aus Angst, es könnte albern rüberkommen, aus Angst vor dem, was andere dachten, aus Angst vor meiner eigenen Unsicherheit, die mir einredete, dass ich diese Frau einfach nicht war.

Aber das ist eben die Sache mit der Angst – mal wieder: Sie zeigt dir den Weg.

Heute kann ich sagen: Durch die sexuelle Dominanz habe ich mich im Alltag völlig verändert, trete noch sicherer auf, gehe anders an Probleme heran, verhalte mich souveräner in Druck-Situationen, kommuniziere viel klarer, kann meine Grenzen deutlicher abstecken und habe weniger Hemmungen zu formulieren, was ich will und was nicht – in allen Bereichen. Ich fühle mich besser mit mir selbst, zelebriere mich und meinen Körper anders, habe einen neuen Zugang zum Thema Selbstliebe gefunden und bin deutlich eher in der Lage, anzunehmen – Gesten, Gefallen, Komplimente, was auch immer. Weshalb aber erzähle ich an dieser Stelle so viel darüber, was Dominanz für mich bedeutet, wenn ich doch eigentlich erklären möchte, wie man denn jetzt als Frau dominant ist?

Nun, weil es mir eben genau darum nicht geht. Es geht mir nicht darum, Frauen zu zeigen, wie man einen Penis abbindet, eine Session aufbaut, den richtigen Ton trifft oder… ja, wie man dominant ist. Wenn ich auch nur eine dieser Fragen beantworten kann, umso besser (am wahrscheinlichsten ist die Frage nach dem Penis-Abbinden…), aber das ist nicht das, worum es mir geht.

Es geht mir nicht darum, Frauen zu zeigen, wie toll die Dominanz ist und dafür zu sorgen, dass in Zukunft möglichst viele von euch „die Seiten wechseln“. Ich möchte zeigen, dass es keine Seiten gibt. Dass es auch hier, wie überall im Leben, kein Schwarz/Weiß gibt. Dass es mehrere Wege gibt und dass man sich nicht einmal für einen entscheidet und ihn dann zum Ende gehen muss. Man darf Abzweigungen gehen und Umwege. Man darf manche Wege mehrmals gehen, weil die Aussicht so schön war. Man darf sich auf Bänke setzen und anderen aus Ferne zuwinken. Man darf sich umentscheiden und man darf sich ausprobieren.

Wenn ich eine Sache mit diesem Buch weitergeben, vermitteln möchte, dann das:

Geht nicht das Risiko ein, aus Angst oder Unsicherheit eine unerwartete Abzweigung, einen neuen Weg zu verpassen – völlig egal ob ihr ihn dann zu Ende geht oder nicht.

Niemals sollten Angst und Unsicherheit einen Menschen daran hindern, zu erkennen, wann sich ein Weg teilt, wann sich eine neue Option bietet. Ihn daran hindern, einen Weg zu gehen, der am Ende vielleicht zu einer neuen Facette, einem neuen Puzzlestück des eigenen Selbst führt. Zu etwas, das einem gut tut. Etwas, das einen erfüllt. Es geht mir nicht darum, dass Frauen dominant werden. Es geht mir darum, die Unsicherheit in Bezug auf das Ausprobieren abzubauen, sodass sie dann – ganz souverän – entscheiden können, ob das etwas für sie ist oder nicht.

Erklärung: Wie ist dieses Buch entstanden und wie funktioniert es?

Vor einigen Jahren habe ich zum ersten Mal eine meiner sogenannten „Runden“ veranstaltet. Nach einigen sehr schlechten Erfahrungen im BDSM-Bereich habe ich mir vorgenommen, anderen unerfahrenen Frauen, die gern ohne festen Partner und unabhängig von Männern in diese Szene einsteigen wollen, eine Hand zu reichen: Wir trafen uns für die FrauOenRunde in einem SM-Studio, unterhielten uns, tauschten Erfahrungen und sprachen über Sicherheitsaspekte in der Szene. Anschließend gingen wir als Gruppe gemeinsam auf ein Fetisch-Event. Ich machte großartige Erfahrungen mit diesen Runden und setzte das Konzept schließlich auch um, als es um meine Erfahrungen mit Dominanz ging. Meine FemdomRunden richteten sich an unerfahrene, aber neugierige Frauen, die herausfinden wollten, ob die Dominanz etwas für sie war, und die meistens von der eigenen Unsicherheit gehemmt waren – etwas, das mir selbst eben nur allzu bekannt vorkam.

Ich bat die Teilnehmerinnen vorab, mir ihre wichtigsten Fragen zu schicken, damit ich wusste, was sie beschäftigte, wo die größten Unsicherheiten lagen und ob ich hier vielleicht mit Erfahrungswerten etwas beitragen oder eine moderierte Diskussion anleiten konnte. Nach einigen Runden erkannte ich, dass einige Fragen mehrfach und in jeder Gruppe gestellt wurde, dass es Themen gab, die die Mehrheit interessierten. Schwierigkeiten und Unsicherheiten, die die meisten betrafen. Ich begann aus den gestellten Fragen ein in Themen geordnetes Konzept zu entwickeln. Dieses Konzept, diese Fragen und ihre Antworten, all die Erfahrungswerte, die ich in den letzten Jahren sammelte, möchte ich nun in Form eines Buches, kollektiviert veröffentlichen.

Bei diesen Themen und Fragen handelt es sich beispielsweise um:

Submissive Männer:

  • Wo finde ich einen submissiven (Spiel)Partner?
  • Wie erkenne ich, ob es passen könnte?
  • Können submissive Männer auch übergriffig sein?
  • Wenn ja: Wie erkenne ich das und wie gehe ich damit um?

Planung von Sessions:

  • Woher nehme ich erste Ideen?
  • Muss eine Session immer nach einem Konzept ablaufen und was, wenn das nichts für mich ist?
  • Welche sicherheitsrelevanten Basics muss ich beachten und woher weiß ich, dass ich alles berücksichtigt habe?

Verantwortung

  • Wie viel Verantwortung trage ich als Domme wirklich?
  • Woher weiß ich, ob ich ihr gerecht werde?
  • Wie gehe ich mit dem Druck um, alles richtig machen zu wollen?

Dominanz

  • Wie kommuniziere ich Unsicherheit, ohne dass meine Dominanz darunter leidet?
  • Wie trete ich dominant auf?
  • Kann ich lernen, dominant zu wirken, ohne dass es gekünstelt wirkt?
  • Wie finde ich meinen eigenen Dominanz-Stil?
  • Kann Dominanz zu soft sein?

Fehler und Fallstricke:

  • Was, wenn in der Session ein Leerlauf entsteht, mir ein Fehler passiert oder meine Idee auf Ablehnung stößt?
  • Was, wenn ich mich während der Session sehr unsicher fühle?
  • Was, wenn mein Gegenüber sein Safe Word verwendet?
  • Wer hat an Fehlern und Abbrüchen Schuld und kann man überhaupt von Schuld sprechen?
  • Wie funktioniert Aftercare und woher weiß ich, wie viel ich hier leisten muss und ob ich das überhaupt leisten kann?

Das und vieles mehr sind die Grundfragen, die mich meistens erreicht haben, und die ich hier im Folgenden beantworten möchte.

Disclaimer: Meine Haltung zu BDSM und Verantwortung

Wichtig ist mir vorab noch zu sagen, dass alles, was hier steht, nur meine persönliche Sicht auf BDSM und auf Dominanz widerspiegelt. Ich versuche, regelmäßig explizit daran zu erinnern, dass meine Haltung, mein Weg, meine Meinung nicht für alle gelten muss – an Stellen, an denen ich es nicht erwähne, darf dieser Zusatz gedanklich hinzugefügt werden.

Ansonsten vertrete ich einen generell auf Vernunft, gesundem Menschenverstand und Eigenverantwortung basierenden BDSM. Das bedeutet, ich spiele SSC (safe, sane, consensual) oder nach Absprache RACK (risk aware consensual kink). Ich sehe in der Dominanz eine große Verantwortung, die dadurch wahrgenommen werden kann, sich auf sein Gegenüber einzulassen, nach Tabus und Triggern zu fragen, Absprachen zu treffen und eigene Fähigkeiten zu reflektieren, sowie sich in einem Bereich zu bewegen, der durch grundlegende Sicherheitsvorkehrungen abgedeckt ist. Gleichzeitig bin ich große Vertreterin von Eigenverantwortung und glaube, dass es gerade im BDSM wichtig ist, eigene Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren – auf beiden Seiten. Die „vollständige Übergabe“ von Kontrolle und Verantwortung halte ich für eine Illusion – der erwachsene, mündige Mensch ist am Ende des Tages immer für sich selbst verantwortlich. Das bedeutetet einerseits, dass der aktive Part die Verantwortung in der Dominanz wahrnehmen und das Gegenüber proaktiv nach Tabus und Grenzen befragen sollte. Das bedeutet andererseits aber auch, dass es die Verantwortung des passiven Parts ist, auf diese Fragen ehrlich zu antworten – und zur Not, falls auch dem dominanten Part Fehler passieren oder er oder sie eine Frage vergisst, wiederum von sich aus, auf eine Schwierigkeit hinzuweisen.

Nur so gelangt man, in meinen Augen, zu einer sinnlichen, lustvollen gemeinsamen Erfahrung, die auf der Vorstellung eines Machtgefälles basiert und mit Regelbrüchen und Grenzgängen zu spielen vermag.


Hinweis für Interessierte:

Das Manuskript ist mittlerweile zu 50% fertig. Ich werde also in Zukunft beginnen, rund 1 bis 3 Kapitel (also immer einzelne Fragen) im Monat zu veröffentlichen. Wer über die nächsten Monate mitlesen will, kann sich gern (jederzeit kündbar) auf meiner Patreon-Seite registrieren und für 8 Euro im Monat quasi das Buch vorab mitlesen.* Der Rest wartet bis zur Veröffentlichung des Buches, voraussichtlich Mitte 2022.

Für Interessierte geht es hier lang:

www.patreon.com/federpeitsche

*zusätzlich gibt es noch meinen monatlichen Newsletter sowie Zugang zu den Aufnahmen meines BDSM Podcasts und meiner im November startenden neuen Podcast-Reihe „Von A bis O“

3 Kommentare zu „Sicher Unsicher

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  1. Ich freue mich sehr über das was Du planst.
    Während des Lesens überlegte ich wie ich selber damit umgehe ein devoter Mann zu sein.
    Es macht mich nicht unsicher. Ich bin selbstbewusst und stark.
    Trotzdem liebe ich es, mich der richtigen Person zu unterwerfen.
    Ich muss aber auch hinzufügen, das ich einige Jahrzehnte Zeit hatte um so zu entwickeln.
    Ich bin sehr gespannt Ophelia.

    Gefällt 1 Person

    1. Freut mich, das zu lesen, Christian! Ja, ich denke, nach Jahrzehnten Erfahrung auf egal welcher Seite, wird man generell sicherer. Der Einstieg ist da was anderes und das noch mehr auf der dominanten Seite. Passiv kann man eben das sein: passiv. Man muss nichts „können“, man muss jemanden finden, der verantwortungsbewusst und vertrauensvoll ist und einem ein bisschen was zeigt, das ist schon die halbe Miete. Wenn man aktiv ist, selbst gestalten soll, eigene Ideen umsetzen, usw., braucht man ein erstes Knowhow, ein bisschen Sicherheit. Und meiner Erfahrung nach, nach einigen Jahren mit Anfängern, merke ich: Männer sind (bei weitem nicht alle, aber in der Tendenz) oft Team „ich probiere aus und schau, was passiert“, während Frauen eher „wenn ich nicht ganz sicher bin, mach ichs lieber nicht“ – was die Dominanz angeht. Genau da ist mein Ansatz. In der Runde hat das immer toll funktioniert, ich hoffe, ich bekomm das auch schriftlich vermittelt. 🙂

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