Findom-Runde

Was ist Findom?

„Findom“ ist eine Abkürzung und steht für „financial domination“. Im SM- und Fetisch-Bereich wird damit ein Fetisch bezeichnet, der sich um Geld dreht, genauer: Es geht um das Machtgefälle zwischen einem dominierenden und einem sich unterwerfenden Part, das dadurch untermauert wird, dass der sich unterwerfende Part Geld abgibt (ich sage hier bewusst nicht „zahlt“, weil es kein Zahlen ist FÜR etwas, es geht nicht um eine Dienstleistung oder eine Gegenleistung, sondern um den reinen Akt des Geld-„Loswerdens“). Häufig ist die Beziehung zwischen Sub und Dom hier ausschließlich auf diesen Akt des Geld-Gebens beschränkt – der Kick dabei geht von dem Gefühl, finanziell ausgenutzt zu werden, bis hin zur Freude am Schenken.

In den allermeisten Fällen sind es Männer, die gern Geld geben oder Geschenke machen, und Frauen, die empfangen. Was konkret als Findom definiert wird, ist nicht genau zu sagen: Für viele ist Findom nur das reine Senden von Geldbeträgen, für manche zählen auch Geschenke oder Amazon-Gutscheine dazu – feststeht, es geht immer um Materielles und es ist immer einseitig.

Risiken und Schwierigkeiten

Die Praktik selbst ist stark umstritten – selbst in der BDSM-Szene, wo sie nicht wenig verbreitet ist. Die Kritik liegt häufig in der Annahme, dass Findom nichts mit Sex oder Kink zu tun habe, sondern lediglich dazu dient, einen Mann finanziell auszunehmen. Fürsprecher dieses Kinks hingegen erzählen von einem ähnlichen Gefühl, wie es bei anderen Praktiken im BDSM auch der Fall ist – beispielweise das Gefühl, gedemütigt zu werden, ausgenutzt zu werden, abhängig gemacht zu werden. All das sind im BDSM legitime Gefühle, wenn sie in einem vernünftigen und einvernehmlichen Rahmen erzeugt werden und der sexuellen Erregung dienen. Schwierig wird es aber, wenn auf diese Einvernehmlichkeit keine Rücksicht genommen wird oder wenn Abhängigkeiten forciert werden zum eigenen Nutzen. Findom birgt eine nicht zu unterschätzende Gefahr, weil die Grenze zwischen Spiel und Realität verschwimmt. Geld ist immer real, hat also immer Einfluss auf das eigene Leben. Gleichzeitig ist das fragwürdige und häufig potentiell betrügerische Angebot in den letzten Jahren stark gewachsen, was man allein an den zahlreichen Aufgeboten sogenannter Geldherrinnen im Internet sieht, die häufig auf das finanzielle Ausnehmen von Männern ohne jegliche Gegenleistung spezialisiert sind.
Diese Umstände in Kombination mit dem Suchtpotential, das in diesem Bereich häufig unterschätzt wird, und dem Mangel an Aufklärung durch die heftige Stigmatisierung, können bei falscher Herangehensweise an Findom schnell fatale Folgen haben.

Findom ist (und das sage ich aus etlichen Erfahrungsberichten und teilweise auch aus eigener Erfahrung) ein Kink, der unter vernünftigen Voraussetzungen zwar nicht von allen verstanden werden muss, aber grundsätzlich harmlos ist (so „harmlos“ wie BDSM-Praktiken eben sein können) und im besten Fall einen ungemeinen sexuellen Kick auslöst. Um das aber zu erreichen, sollte man – als passiver, also zahlender Part – wissen, worauf man achten sollte. Das beginnt bei der Auswahl des passenden Gegenstücks, geht weiter über das Erkennen von Red Flags, also Warnsignalen, und hört auf beim Ziehen und Einhalten eigener Grenzen.

Das alles sind aber Erfahrungswerte und Lernprozesse, die häufig nicht von Anfang an gegeben sind. Das Problem ist: Es gibt weder ausgeschriebene Seminare, um genau das zu lernen, noch professionelle Therapie-Angeboten, die sich bei Bedarf damit befassen (wie beispielsweise bei Spielsucht), weil das Thema so stigmatisiert ist.

Ein Lösungsversuch

Ich bin eine Anfang-30jährige, überwiegend dominante Frau und mittlerweile seit vielen Jahren in der BDSM-Szene, online wie offline, unterwegs. Seit 2019 veranstalte ich regelmäßig sogenannte „Runden“ für unterschiedliche Zielgruppen, hauptsächlich unter dem Stichwort „Austausch“ und „Denkanstöße“. Diese Runden gibt es zum Beispiel für passive Frauen, die einen sicheren Einstieg in das Thema suchen, genauso wie für Frauen, die ihre dominante Seite entdecken wollen. Für unerfahrene submissive Männer gibt es seit 2020 ebenfalls eine Runde, in der es darum geht, wie man dominanten Frauen begegnet und wie man auch bei Frauen Übergriffigkeit erkennen und eigene Grenzen ziehen kann.

Ich möchte das Konzept meiner Runden gern erweitern um eine „Findom-Runde“ – mit dem Ziel, hier mit Aufklärung gegen die Stigmatisierung dieser Praktik und jener, die sie ausleben wollen, entgegen zu wirken.

Für wen ist die Findom-Runde?

Zielgruppe sind Männer*, die sich für das Thema interessieren, den Reiz an Findom grundsätzlich bei sich merken, gern erste Schritte machen würden, oder die bereits Erfahrung damit haben. Sie ist ebenfalls für Männer, die bereits in Findom-Konstellationen sind, aber beispielweise Schwierigkeiten merken, Ängste und/oder Bedenken haben oder sich einfach allgemein austauschen möchten.

Sollte ich großes Interesse merken, werde ich die Runde in zwei Gruppen aufteilen – also eine für „Einsteiger“, in der es mehr um die Basics geht, und eine zweite für Erfahrene, in der es eher um potentielle Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten geht.


*Ich möchte die Zielgruppe auf Männer beschränken, weil ich aus Erfahrung aus der MalesubRunde weiß, dass passive Männer sich offener austauschen können und weniger Hemmungen haben, wenn die Gruppen nicht gemischt sind. Wenn dominante/interessierte Frauen anwesend sind, ändert sich die Dynamik sofort und der Safe Space zum Austausch, gerade wenn es um Prävention geht, ist mir hier das Wichtigste.

Worum geht es in der Runde?

Mir geht in erster Linie um Aufklärung und das Vermitteln von Denkanstößen. Dabei werde ich mit den Teilnehmern ganz allgemeine Informationen über Findom besprechen, Fragen dazu beantworten und Raum für Austausch untereinander bieten. Ich möchte zum Nachdenken anregen darüber, welcher Weg für einen selbst hier der richtige ist und weshalb. Hauptsächlich aber geht es mir darum, Risiken aufzuzeigen und vielleicht auch darüber zu sprechen, was geschieht, wenn man ein gewisses Suchtpotential bei sich selbst erkennt. Ein Bewusstsein für potentielle Risiken schaffen und gleichzeitig Lösungen suchen, wie man trotz dieser Risiken nicht auf den eigenen Kink verzichten muss, sondern eine vernünftige Art und Weise findet, ihn auszuleben.

Die Kernfragen sind also:

  • Was ist Findom?
  • Wie kann ich das als Anfänger ausprobieren, um herauszufinden, ob das wirklich etwas für mich ist?
  • Wo finde ich Frauen, die diese Praktik vernünftig leben?
  • Wie gehe ich auf sie zu?
  • Woran erkenne ich Frauen, die das unter dem Deckmantel des BDSM machen, aber mit Einvernehmlichkeit nichts zu tun haben?
  • Was können Red Flags, also Warnsignale sein, die mir zeigen, dass ich an das falsche Gegenüber geraten bin?
  • Wie finde ich meine eigenen Grenzen heraus und wie lerne ich, sie zu ziehen und einzuhalten, statt der Versuchung nachzugeben?
  • Was, wenn ich das Gefühl habe, eine Sucht zu entwickeln?
  • Was, wenn ich gern aufhören oder pausieren möchte, aber nicht kann?
  • Wie geht es anderen Männern dabei?

Was ist diese Runde NICHT?

Diese Runde ist kein Therapieangebot. Ich bin keine Therapeutin und ich werde im Falle ernst zu nehmender psychischer Schwierigkeiten keine individuellen Ratschläge geben. Ich möchte offen über das Thema sprechen und einerseits eigene Erfahrungen und subjektive Einschätzungen teilen, andererseits einen sicheren Raum bieten für Männer, die sich gern untereinander darüber austauschen möchten, um von anderen Erfahrungen vielleicht etwas mitzunehmen. Durch die Runde möchte ich eine Möglichkeit geben, auf Risiken aufmerksam zu machen und mögliche Lösungen zu sprechen, wie man diese Neigung in vernünftigem Rahmen ausleben kann. Wer sich bereits in einer schweren Abhängigkeit befindet, wird hier keine Lösung erhalten – allerdings im besten Fall Erfahrungsberichte anderer, einen konstruktiven Austausch und bei Bedarf weitere professionelle Anlaufstellen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade in Bereichen, die großer Stigmatisierung unterliegen, viel Mist passiert. Dass die Tatsache ausgenutzt wird, dass über ein Thema selten bis gar nicht gesprochen wird. Durch diese Runden möchte ich dem entgegenwirken, indem ich einen Raum biete für Menschen, die sich offen unter Gleichgesinnten austauschen, Sorgen und Fragen loswerden und von anderen Erfahrungen profitieren möchten.

Wie läuft eine Runde ab?

Die Runden finden vorerst online statt, einerseits aufgrund der aktuellen Corona-Situation, andererseits um jenen, die noch Hemmung haben, sich zu outen, die Möglichkeit zu geben, hier anonym teilzunehmen. Die Runde besteht aus zwei Teilen:

In Teil I werde ich euch nach Themen geordnet ein paar Dinge erzählen, während ihr durchweg die Möglichkeit habt, Fragen zu stellen, nachzuhaken oder zu kommentieren. Das Ganze ist definitiv kein monotoner Vortrag, sondern mehr ein roter Faden, an dem entlang ich eure Fragen beantworte – ihr dürft aber zu jedem Zeitpunkt mitdiskutieren, davon leben meine Runden.

In Teil II wird es einen offenen Austausch geben, bei dem aktive Teilnehmer (dazu unten mehr) auch sprechen dürfen und in dem ich einen mir gut bekannten Mann als erfahrenen Hasen einladen werde (auf Twitter bekannt als @tembahisarms). Temba hat schon seit einigen Jahren Erfahrungen mit Findom (gute und weniger gute) und ist ein hervorragender Ansprechpartner – gerade weil er eben aus Sicht eines passiven Parts sprechen kann.

Das Ganze läuft über einen von mir gehosteten Discord-Server, über den ich mit allen Teilnehmern via Audio verbunden bin. Zusätzlich gibt es einen regulären Chat-Kanal, in dem man mir schriftlich Fragen stellen kann. Zudem wird es einen „Diskussionskanal“ geben, in dem ALLE schreiben können, sodass parallel zu meinem „Fragenbeantworten“ auch immer die Möglichkeit zum Austausch untereinander besteht – ich halte das für essentiell.

Die Teilnahme-Handhabung ist zweigeteilt: Es gibt aktive und passive Teilnahme. 

Aktive Teilnahme bedeutet, ihr habt „Schreib- und Sprechrechte“, könnt also direkt mit mir interagieren, Fragen stellen, nachhaken und kommentieren sowie in Teil II auch an der Diskussion teilnehmen. Das Sprechen ist natürlich kein Muss – wer möchte, darf es auch bei der schriftlichen Beteiligung belassen.

Passive Teilnahme bedeutet, ihr seid Zuhörer. Ihr könnt hören und mitlesen, aber selbst keine Fragen stellen und auch der Diskussion nur zuhören. Diese Teilnahmeform ist hauptsächlich für jene Männer, die sich vom direkten Austausch noch überfordert fühlen und lieber im Hintergrund ein paar Denkanstöße mitnehmen wollen. Natürlich passive Teilnehmer trotzdem im Diskussionskanal schreiben und sich mit anderen austauschen.

Termine

Ich stelle hier einmal zwei erste Termine zur Auswahl ein, im besten Fall könnt ihr an beiden, sodass ich mich für einen entscheiden kann. Die Runde findet erst ab einer gewissen Mindestteilnehmerzahl statt (die Höchstzahl wird 13 Teilnehmer nicht überschreiten). Die Runde wird etwa 2,5 bis 3 Stunden dauern, inklusiver Pausen und so, dass alle sich wohlfühlen.

Termin 1: Samstag, 19.06.21 – ab 20 Uhr

Termin 2: Donnerstag, 24.06.21 – ab 19.30 Uhr

(Unverbindliche) Anmeldung/ Interesse

Wenn ihr euch für eine Findom-Runde interessiert, schreibt bitte eine E-Mail an kontakt@liaophee.com mit folgenden Infos:

  • Name und Alter
  • an welchem Termin könnt ihr?
  • eine kurze Vorstellung/ein paar Sätze zu euch
  • BDSM-/Findom-Erfahrungsstand
  • Was erwartet ihr von der Runde bzw. weshalb seid ihr daran interessiert?
  • Aktive oder passive Teilnahme
  • Stellt mir bitte 1 – 3 Fragen zum Thema, die euch wichtig sind (diese Fragen werde ich wie immer bei meinen Runden sammeln und auf ihrer Basis dann ein Konzept erarbeiten, um möglichst die Themen zu besprechen, die euch an diesem Abend wichtig sind)

Anschließend erhaltet ihr von mir eine Mail, in der weitere Infos stehen, sowie die preislichen Rahmen, in denen sich die jeweilige Teilnahme bewegt (als Anhaltspunkt: passive Teilnahme ist günstiger als aktive; Mindestteilnahmebetrag liegt bei 25 Euro – ihr bekommt in jedem Fall eine Preisrange mit einem Mindest- und einem Höchstbeitrag, aus der ihr euch frei aussuchen dürft, wie viel ihr bezahlt).

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