„Von unten herab“

Heute mal eine kurze Zwischenmeldung über ein aus dem Archiv geholtes Projekt, für das ich Unterstützung brauche – hauptsächlich von und für devote/submissive/passiv spielende Männer

Vor mittlerweile über zwei Jahren habe ich ein Buchprojekt begonnen, das leider im Sand verlief – aus unterschiedlichsten Gründen. Einer davon war Zeitmangel, ein anderer, dass ich mit anderen Projekten zu beschäftigt war und ein dritter, zentraler Punkt war, dass ich damals keine Erfahrung mit solchen Projekten hatte und ein paar Fehler in der Organisation gemacht habe, aus denen ich mittlerweile viel gelernt habe. Die Idee selbst hat mich aber nie losgelassen, weil ich nicht nur große Lust darauf hatte und habe, sondern es auch für ungemein wichtig halte. Ich möchte also einen zweiten, deutlich besser organisierten Versuch starten (wie ich mit den Männern verfahren möchte, die sich bereits beteiligt haben, erfahrt ihr am Ende) – aber eins nach dem anderen.


Worum geht es?

Es geht um ein von mir geplantes Buchprojekt, mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Von unten herab„. Dabei möchte ich nicht viel mehr selbst schreiben als Vor- und Nachwort und einige Kommentare dazwischen. Der eigentliche Inhalt besteht aus gesammelten und thematisch geordneten Texten von male Subs, also von Männern, die devote oder masochistische Neigungen haben, die passiv spielen, die submissive Fantasien haben, mit oder ohne Erfahrungen (dazu gleich mehr). Es wird kein Roman, kein Sachbuch, sondern vielmehr ein Sammelband aus Erzählungen und Erfahrungen – von und für male Subs und natürlich auch alle anderen Interessierten.

Warum ist mir das so wichtig?

Nun, ich kenne Bücher (wenige zwar, aber es gibt sie), die über BDSM aus Frauensicht schreiben. Sammlungen von Erzählungen submissiver Frauen oder Erklärungen zur devoten Neigung bei Frauen, weil es immerhin naheliegend ist – klar, wenn Frauen schon auf BDSM stehen, dann natürlich in der Rolle der sexuell Unterworfenen. Mit Verlaub, das ist natürlich Quatsch.
Studien belegen mittlerweile, dass rein dominante Männer die zahlenmäßig kleinste Gruppe sind – es gibt weit mehr Männer, die mindestens Switcher sind, wenn nicht gar ausschließlich submissive Neigungen haben. Gleichzeitig widerspricht diese Neigung dem Stigma vom „männlichen Mann“, vom starken, dominanten, führenden, sexuellen Alphatier, das Frauen gegen die Wand drückt und hemmungslos fickt. Männer dürfen keine Schwäche zeigen, wollen sich von Natur aus nicht führen lassen, machen die Ansagen selbst und überhaupt sind alle anderen Weicheier und Pantoffelhelden und die Frauen, die das auch noch bedienen, sind Männerhasserinnen, Emanzen, Radikalfeministinnen, die Männern am Ende noch das Geld aus der Tasche ziehen wollen – so die Vorurteile und Klischees.

Meine Erfahrungen in diesem Bereich, die auch mein Austausch mit etlichen Menschen bestätigt, sind gänzlich anders -aber das auszuführen würde nun den Rahmen sprengen (das folgt dann in besagtem Buch). Mir ist es jedenfalls ein Anliegen, mich an eben diese Männer zu wenden und ihnen zuerst einmal ein paar grundlegende Botschaften mitzugeben – allen voran: Es ist keine Ausnahme. Ich kann die Männer nicht mehr zählen, die mir gestanden haben, dass sie sich eigentlich für diese Neigung schämen, dass sie verheiratet oder in langen Beziehungen sind, ihre Frau aber nichts davon weiß. Die heimlich in Domina-Studios gehen, die keinen einzigen privaten Kontakt haben, mit dem sie über so etwas sprechen können. Das Gefühl, „falsch“ zu sein, eine Ausnahme zu sein, ist so verbreitet, dass das Bewusstsein darüber, wie gegenteilig die Realität tatsächlich aussieht, längst überfällig ist. Ich möchte zu diesem Bewusstsein beitragen, weil ich aus (zwar anderer, aber vergleichbarer) Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, einen legitimen Teil von sich selbst verstecken zu müssen oder gar nicht erst annehmen zu können.

Wer darf mitmachen?

Jeder Mann, die in irgendeiner Form devote Neigungen hat und Lust hat, einen kleinen Text darüber zu schreiben. Dabei ist es nicht nur egal, welche Art von Neigung und wie viel Erfahrung er hat, sondern im Gegenteil ist Varianz hier sogar gewünscht. Ich möchte ein breites Bild zeichnen. Ich möchte Männer zu Wort kommen lassen, die noch gar keine realen Erfahrungen haben, und über die Hemmung des Umsetzens schreiben – genauso wie Männer, die seit 30 Jahren zu Dominas gehen. Die Themen sind im Grunde kaum eingeschränkt, solange sie sich im Rahmen der männlichen devoten Neigung bewegen.

Beispielthemen

Weil ich weiß, wie schwierig es ist, sich die Varianz bzw. die Möglichkeit an Themen vorzustellen, möchte ich ein paar Beispiele an Themen geben, über die man schreiben könnte:

  • Schwierigkeiten und Hemmungen mit der eigenen Neigung
  • Mein erster Besuch in einem Domina-Studio
  • Fuß-Fetisch – Warum Füße so erregend sind
  • Findom – Was kickt mich daran?
  • Schlechte Erfahrungen mit dominanten Frauen
  • Erfahrungen mit Übergriffigkeiten
  • Outing und die Öffnung vor Familie/Freunden/PartnerInnen
  • Feminisierung – Warum reizt es mich, mich als Frau zu kleiden?
  • Natursekt und andere Tabus
  • Der Wunsch nach Führung – Warum ich dominante Frauen so liebe
  • Femdom – Meine Erfahrungen mit dominanten Frauen
  • Keuschheit – Worum geht es und was reizt mich daran?
  • Der männliche Masochist – Warum Schmerzen mich erregen
  • …und alles, was euch sonst noch einfällt – ich freue mich über kreative Vorschläge!

Wie kann ich mitmachen?

Es gibt zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1: Wenn du zum ersten Mal von diesem Projekt liest und gern mitmachen würdest, schreibst du mir eine Mail an untenherab@gmail.com (wichtig: nicht VONuntenherab, sondern nur „untenherab@gmail.com). In diese Mail schreibst du:

1 – (D)Einen Vornamen (also unter welchem Vornamen du den Text schreiben möchtest. Im Sinne der absoluten Anonymität für die Schreiber werde ich die Texte unter beliebigen Vornamen veröffentlichen. Das darf der eigene oder ein erfundener sein)

2 – dein Alter

3 – das Thema, zu dem du gern einen Text schreiben würdest (NICHT mehr als ein Satz)

4 – ein Datum innerhalb der nächsten 4 bis 8 Wochen, zu welchem ich spätestens mit dem Text rechnen kann



Möglichkeit 2: Wenn wir diesbezüglich bereits Kontakt hatten oder du bereits einen Text geschrieben hast und immer noch gern mitmachen würdest, schreibst du mir ebenfalls eine Mail an untenherab@gmail.com – mit Name, Alter und dem Thema des Textes. Am besten auch mit der aktuellen bzw. letzten Version des Textes (im Zweifel kann ich diese aber auch aus meinem Archiv suchen). Wenn du mir Arbeit ersparen möchtest und Lust hast, schaust du dir weiter unten die neuen Kriterien der Texte an und gleichst sie mit deinem Text ab (in erster Linie geht es darum, dass ich eine einheitliche Höchstgrenze an Wörtern gesetzt habe und man vermutlich einige der alten Texte kürzen müsste).

Textanforderungen

  • er sollte ein übergeordnetes Thema haben (wer also viel zu erzählen hat, sich schon lange in der Szene bewegt oder mehrere Kinks hat, sollte sich eine Leitfrage überlegen, ein Stichwort – das dient der Einordnung in Kapitel, damit das Buch einen roten Faden bekommt, und der einfacheren Lesbarkeit, damit sich potentielle Leser*innen nach eigenem Interesse durch die Texte blättern können und vorher wissen, worum es geht)
  • er sollte aus mindestens 2000 und höchstens 5000 Wörtern bestehen (für jene von euch, die nicht oft schreiben: das sind je nach Zeilenabstand und Schriftgröße im Schnitt eine Handvoll Word-Seiten)
  • er sollte einen Titel haben, an dem wir aber gern gemeinsam arbeiten können (lediglich ein absolut vorläufiger Arbeitstitel ist wichtig)
  • er sollte wenn möglich in Blocksatz geschrieben und in Absätze geteilt sein
  • als Format ist jedes übliche Schreibprogramm in Ordnung (word, open, usw. – nur kein PDF)


FAQs

Die erste Fassung meines Textes ist fertig – was jetzt?

Wenn der Text fertig ist, schickst du ihn mir oben genannte Email-Adresse. Ich werde ihn einem Lektorat/Korrektorat unterziehen, um Tipp- und andere Fehler auszuschließen (das lasse ich bei meinen eigenen Texten auch machen – also bitte keine Hemmungen aufgrund von „ich bin nicht gut in Rechtschreibung“. Das ist zweitrangig und darauf achte ich nicht). Inhaltlich werde ich nichts ändern. Falls ich generelle Vorschläge habe, kommuniziere ich sie. Wenn du möchtest, schicke ich dir die korrigierte Endfassung zu, bevor sie ins Manuskript übernommen wird. Es wird kein Buchstabe ohne dein Einverständnis gedruckt. Letzte Details machen wir dann persönlich per Mail aus.

Ich hätte ein Thema, das gut passen würde, aber ich bin einfach kein guter Schreiber

Kein Problem – schreib mir eine Mail mit der Idee zum Thema, vielleicht ein paar Sätze (nicht mehr!) darüber, was du gern schreiben würdest und wo deine Schwierigkeiten dabei liegen. Ich bin nicht umsonst und auch nicht ungern im Herzen noch immer Deutschlehrerin und kann dir also gern ein paar Leitfäden und Tipps an die Hand geben, die das Schreiben erleichtern. Du musst den Text nicht von Null auf allein verfassen, ich begleite da sehr gern!

Ich würde gern, aber ich habe Angst, dass man mich erkennt

Das wird nicht passieren. Ich brauche keinerlei Daten von dir, mir genügt ein Vorname, mit dem ich dich ansprechen kann und unter dem ich den Text veröffentlichen kann – das muss auch nicht dein richtiger sein. Ein (ungefähres) Alter wäre schön, gern auch Berufszweig oder andere Infos, die aber nicht zu deiner Person führen können (Wohnort zum Beispiel ist völlig irrelevant) – einfach, weil das die Identifikation für den Leser leichter macht. Die Texte werden also nur unter einem (gern erfundenen) Vornamen veröffentlicht – ich bin Herausgeber und Autorin des Buches bzw. eben der kommentierenden Texte.

Wie kann ich sicher sein, dass mein Text angemessen behandelt wird?

Du trittst mit Senden deines Textes die Rechte der Endfassung des Textes an mich ab, dafür garantiere ich, dass ich keine inhaltlichen Änderungen vornehme, sondern den Text lediglich korrigiere und lektoriere. Die Endfassung vor Veröffentlichung kann ich dir schicken, wenn du möchtest. Die Texte sind eingebettet in Kommentare von mir, die hauptsächlich informativ sind. Wenn du möchtest, kann ich dir auch die auf dein Thema zugeschnittenen Texte von mir vorab schicken. Ansonsten wird sich das Buch im Gesamtkontext meiner Arbeit bewegen.


Wer weitere Fragen hat, bitte einfach schreiben. Ich würde mich unglaublich freuen, wenn sich einige Männer melden würden. Auch, aber nicht nur, weil ich mittlerweile so zahlreich gehört habe und regelmäßig weiterhin höre, dass gerade Anfänger enorme Schwierigkeiten mit dieser Neigung haben, bin ich absolut davon überzeugt, dass es hilfreich wäre, durch solche Projekte und Bücher zu ermöglichen, Erzählungen und Erfahrungsberichte von anderen lesen zu können, um zumindest einen kleinen Teil des fehlenden Kontakts mit Gleichgesinnten zu kompensieren.

Wichtig für Anfänger, um einen leichteren Start zu haben. Wichtig für die, die seit Jahren glauben, „allein“ zu sein und auch durchaus wichtig für Frauen mit dominanter Tendenz, um einen direkten Einblick in ihr Gegenüber zu erhalten, der zu mehr Verständnis auf allen Seiten führen kann.

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