Öffentliche Stellungnahme

Es gibt derzeit einen Vorwurf gegen mich auf Twitter, zu dem ich hiermit Stellung nehmen möchte.

Unser gesamter Kontakt hat sich online abgespielt, es gab bis heute kein Treffen.
Wir haben via Chat mit „Eifersucht“ im Rahmen von Cuckold-Szenarien gespielt, mit klaren Absprachen und ausgemachten Safewords. Die Rückmeldung war beidseitig positiv, Safewords wurden nie verwendet. Es gab zudem schriftliche Gespräche, in denen ich ihn explizit darum bat, seine Grenzen in Bezug auf die Cuckold-Szenarien neu zu überdenken, weil ich weiß, wie fordernd dieses Spiel sein kann. Nach dem letzten Gespräch über diese Grenzen fand kein weiteres Spiel mehr statt.

Das erste Treffen, das ich mit besagtem Mann hatte, fand im selben Zeitraum (einige Tage Abstand) wie das erste Treffen zwischen J. und seiner heutigen Freundin statt. Beide trafen sich ab dann regelmäßig, spielten auch real und begannen kurz darauf eine Beziehung, was sie auch auf Twitter teilten.
Ich hatte bereits zu Beginn des Kontakts mit J. gesagt, dass ich nicht „mehr“, keine Beziehung, keinen „Sub“ oder ähnliches möchte, während er eher etwas „Festes“ suchte. Als wir beide parallel begannen, uns offline mit jeweils anderen zu treffen (ich in einem lockeren Rahmen, er und seine heutige Freundin etwas Ernstes beginnend), zog ich mich zurück. Letzte Gespräche über Eifersucht fanden zu dieser Zeit statt, allerdings nicht mehr im Rahmen eines BDSM-Spiels, sondern im Rahmen einer komplexen zwischenmenschlichen Beziehung.

An dieser Stelle habe ich die emotionale Situation und unsere unterschiedlichen Standpunkte falsch eingeschätzt und meinen Rückzug fehlkommuniziert – dafür habe ich mich im Sommer ’20 in einem langen Telefonat entschuldigt. Er nahm meine Entschuldigung an, wir arbeiteten bis vor wenigen Tagen gemeinsam auf meinem Server. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt einen Grund zur Annahme, dass ein Spiel nicht einvernehmlich war oder er meine Entschuldigung bezüglich meinem Rückzug nicht angenommen hatte.

Vor wenigen Tagen telefonierten wir, weil ich ihn fragen wollte, wie er eine nach zwei Minuten wieder gelöschte Reply gemeint hatte, die andeutete, dass zwischen uns etwas schief gelaufen war. Er versicherte mir am Telefon erneut, dass unser Spiel immer einvernehmlich war, er genau wie ich gern daran zurückdenkt, ich mich aber am Ende unschön zurückgezogen hatte. Ich entschuldigte mich dafür ein zweites Mal, weil es mir noch immer ehrlich leid tat und weiterhin tut, dass ich die damalige Situation, Emotionen und den Stand seiner Beziehung zu seiner heutigen Freundin falsch eingeschätzt habe. Am Ende des Telefonats sagte er, er würde sich über vermehrten und freundschaftlichen Kontakt freuen.


Ich habe mich dazu entschlossen, nicht weiter ins Detail zu gehen. Ich weiß, dass in einem mittlerweile größer werdenden Kreis von Menschen auf Twitter seit dem Doxing mein Klarname aktiv verwendet wird, unter anderem in DMs mir gegenüber. Ich habe bereits bei anderen erlebt, wie schnell so etwas eskalieren kann – von Auswirkungen auf das Privatleben bis hin zur Löschung von Accounts als einzigem Ausweg. Twitter ist die Basis meiner Arbeit, um die ich gerade Angst habe, genau wie um meine Identität, weshalb ich mich vorerst zurückziehen werde.

7 Kommentare zu „Öffentliche Stellungnahme

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  1. Ich habe keine Worte und würde Dir helfen wenn es irgendwie möglich wäre, was es nicht ist. Ich hoffe sehr das es vielleicht ein paar Menschen mit Anstand irgendwann merken was sie getan haben. Ich wünsche Dir so viel Kraft, obwohl ich momentan selbst keine habe. Ich bin einfach nur traurig und wünschte ich könnte es Dir beistehen.

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  2. Habe es öfters schon erlebt wenn Twitterer bei mir nun mal weibliche zwischen Absprachen, Rücksichtnahme oder Verletztheit bei Zurückweisung dieses öffentlich kundtun und privat eine Schmutzkampagne starten. Dieses Verhalten ist nicht gesund und schadet nicht nur den Betroffenen. Du bist selbstständig und hast als Basis bzw. erste Plattform Twitter dafür genommen. Kann nur annähernd ahnen was gerade los ist. Klarnamen etc. sind Tabu. Wünsche Dir von Herzen alles Gute und Durchhaltevermögen. Da mache ich mir keine Sorgen. Das Thema wird sehr bald wieder vergessen sein. Es (Twitter) ist eine schnelllebendes Medium. Gruss Jörg

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  3. Ich wünsche dir ebenfalls von Herzen alles Gute! Virtuelle Welten wie Twitter sind mir tatsächlich suspekt, kann dich gut verstehen 😉
    Bleib wie du bist, für mich bist du definitiv eine Bereicherung in der BDSM Welt und ich weiss deine Mühen bezüglich Aufklärung sehr zu schätzen-lass dich nicht unterkriegen ❤

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  4. Es tut mir Leid das hier so zu lesen. Die virtuelle Welt hat so ihre Vorteile und auch ihre Nachteile, leider. Für mich ist es immer schwer genau einzuschätzen, wie mein Gegenüber nun wirklich reagiert. Und darum muss die Kommunikation dann klar und deutlich sein. Ich habe keine genaue Vorstellung was da wirklich schief gelaufen sein kann oder ist. Aber ich kann überhaupt nicht verstehen und nachvollziehen wie es zu so einem „Rattenschwanz“ kommen kann.
    Ich, für meinen Teil, habe Deine Zeilen immer sehr genossen, auch wenn nicht immer eine Rückmeldung kam. Und ich hoffe sehr das ich und nicht nur ich, Dich bald wieder in „voller Stärke“ genießen dürfen.
    Bleib bitte wie Du bist, denn so bist Du genau richtig!!
    Danke dafür

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  5. Liebe Ophelia,

    hier im Norden gibt es einen Spruch der ganz gut passt.

    „Und morgen wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben“.

    Twitter ist manchmal sehr seltsam. Gott sei Dank gibt es Menschen wie Du es bist, dort.
    Ophelia, Deinetwegen bin ich damals zu Twitter zurückgekehrt. Ich denke es gibt dort sehr viele Menschen die Dich aufrichtig mögen und sehr lieben. Mir geht es auf jeden Fall so.
    Du erlebst gerade das was nur die Besten erleben. Gerade weil Du so gut in allem bist, so einen Erfolg hast bei allem was Du tust, wird geradezu danach gesucht ob man Dich irgendwie angreifen kann.
    Vergiss es und lehn Dich zurück.

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