Im Auge des Sturms, Teil 3/3

Oder: Into the unknown

I can hear you but I won’t
Some look for trouble while others don’t
There’s a thousand reasons I should go about my day
And ignore your whispers which I wish would go away

Ja, ich hör‘ dich
Sei doch still
Du bringst nur Ärger
Den ich nicht will
Dein geheimes Flüstern ist mir oft zu seltsam nah
Und ich wünschte wirklich, es wär‘ einfach nicht mehr da…


Ich sitze also hier, im Auge des Sturms, und denke über das nach, was war, und das, was sein wird. Ich stelle mir Fragen, ich lerne mich kennen, ich überlege, in welche Richtung ich gehen soll. Mir fehlt jeder Anhaltspunkt, jeder Hinweis, jegliche Sicherheit. Ich genieße die Stille hier, die Ruhe, obwohl ich weiß, beide sind trügerisch. Sie sind nicht echt. Sie sind eine Möglichkeit, Kraft zu tanken, ein letztes Mal, bevor ich aufstehen muss und mich für eine Richtung entscheiden. Wenn es im Auge des Sturms überhaupt Richtungen gibt. Denn irgendetwas in mir weiß jetzt schon:

Die ersten Schritte nach dem Aufstehen werden die härtesten. Und es wird keine Rolle spielen, in welche Richtung ich gehen werde, denn ich werde nicht mehr dieselbe sein, wenn ich auf der anderen Seite ankomme.


Ein Jahr – Eine Entwicklung

Es war Dezember, als die Seelenschwester mir mitteilte, dass sie mit ihrem Freund zusammenzieht und sich damit die WG auflöst. Als ich in ein Loch fiel, weil ich das Gefühl hatte, nirgends hinzugehören.

Es war Januar, als ich mich neu orientierte und einen Termin bei einer Therapeutin wahrnahm, weil mich das Thema so aus der Bahn warf wie lange Jahre nichts mehr.
Als ich anfing, über #Berlinruft zu schreiben, weil ich das Gefühl hatte, die Hauptstadt… ruft mich irgendwie. Als würde mich etwas dorthin ziehen, als wäre das mein Weg, ohne dass ich hätte sagen können, weshalb.

Es war Februar, als ich begann, mir die Frage zu stellen, ob ich eher… irgendwo hin möchte oder vielmehr von irgendwo weg. Wisst ihr, was ich meine? Wollte ich weg, musste ich ausziehen und brauchte einen Grund, ein Ziel, und Berlin war einfach naheliegend? Oder hatte ich ein Ziel und musste nur den Absprung noch schaffen?
Und… spielte die Antwort eine Rolle?

Es war März, als alles einbrach und die Seelenschwester sich entschied, doch zu bleiben, weil in Covid-Zeiten umzuziehen keine gute Idee war. Als ich kurz durchatmete und mich auf andere Dinge konzentrierte – erleichtert, das Thema aufschieben zu können.

Es war April, als ihr Freund bei uns einzog, wir also gezwungenermaßen zu viert zu Hause waren und ich diejenige war, die flüchtete, um in Ruhe arbeiten zu können. Als ich spürte, dass sich etwas veränderte – auch in mir. Als ich jemanden in mein Leben ließ, der mich schneller dazu brachte, über meine Komfortgrenzen zu gehen als irgendjemand sonst und der noch dazu dafür sorgte, dass die Schritte sich kleiner und leichter anfühlten als sie tatsächlich waren.

Es war Mai, als ich dem Ruf der Möwen lauschte und eine neue Liebe für eine neue Stadt entdeckt hatte. Es war eine frische, unschuldige, unbedarfte Liebe, die da wuchs. Die Möwen, das Klima, der Wind, die Menschen, die Backsteinhäuser…
Als ich begann, mich zu fragen, was Berlin eigentlich immer für mich war und weshalb ich nach Berlin ziehen wollte.
Als ich begann, meine Pläne infrage zu stellen.
Als ich begann, mich infrage zu stellen.

Es war Juni, als ich überhaupt nicht mehr wusste, wer ich eigentlich war.
Als ich einerseits die Events und meine Heels vermisste, während ich andererseits regelmäßig an der Ostsee war und wieder zu meinem alten, ursprünglichen Schriftsteller-Ich fand.
Als ich vor Angst erstarrte, wenn ich an das nächste Jahr dachte und die Frage, ob wir dann ausziehen würden, während ich gleichzeitig eine Reise nach Dänemark plante, wie ich sie mir bis vor wenigen Monaten NIE hätte vorstellen können.
Als ich schwankte zwischen dem Klammern an meinen sicheren Hafen, während ich zugleich auf die offene See blickte, die ein Fernweh in mir wachrief, das ich in meinem Leben noch nie gefühlt habe.

Es war Juli, als der Mitbewohner auszog und der Freund der Seelenschwester einzog mit der Abmachung, dass wir alle bis Weihnachten noch hierbleiben und dann im Frühjahr 2021 schauen, wohin es für jeden von uns geht.
Als ich erleichtert war, weil ich diese Frage, die mich schon dieses gesamte Jahr ernsthaft fertigmacht und nicht loslässt, erneut erstmal beiseite legen konnte. Aufschieben konnte. Vor ihr davon laufen konnte.

Es ist August und der Freund der Seelenschwester muss sich überraschend also beruflichen Gründen ortstechnisch umorientieren, zieht also auf Ende Oktober wieder aus. Die Seelenschwester und ich haben also 2 Möglichkeiten: a) wir ziehen aus, gemeinsam oder getrennt, wohin auch immer, oder b) wir suchen uns auf November noch jemanden über den Winter.

Es ist jetzt Ende August.
Drei Viertel des Jahres sind vorbei, gefühlt innerhalb eines Wimpernschlags, und ich bin nicht sicher, ob sich seit Dezember überhaupt nichts verändert hat – oder einfach alles.

Meine größte Angst

You’re not a voice, you’re just a ringing in my ear
And if I heard you, which I don’t, I’m spoken for I fear
Everyone I’ve ever loved is here within these walls
I’m sorry, secret siren, but I’m blocking out your calls

Du bist nicht hier
Nur ein Geräusch in meinen Ohren
Wenn ich dich hören könnt‘ (tu‘ ich nicht)
Wär‘ alles wohl verloren
Alle, die ich liebe, sind bei mir, ich bin zuhaus‘
Dich, singende Versuchung, blend‘ ich künftig einfach aus


Fakt ist:
Die Seelenschwester und ich haben ab 01.11. ein Zimmer frei, das wir allein nicht zahlen können, müssen also entweder einen neuen Mitbewohner suchen oder wir ziehen aus.

Fakt ist:
Keine von uns hat einen Anhaltspunkt, wo sie hinziehen möchte oder konkret wohnen wollen würde. Wir sind beide komplett unabhängig und flexibel, mit dem Unterschied, dass sie weiterhin ihren Freund hat (wenn auch nicht in der Nähe) und dass ich weiß, dass ich anfangen sollte, einen Mittelweg zu finden zwischen „Entscheidungen unabhängig von ihr treffen“ und „sie in einer auch für sie schwierigen Zeit nicht hängen lassen“.

Fakt ist:
Ich stehe vor einer Entscheidung, von der ich ernsthaft nicht weiß, wie ich sie treffen soll, weil sie alles widerspiegelt, alles in sich vereint, was meine größte Angst, meine größten Unsicherheiten sind. Durch meine Kindheit, meine Vergangenheit, das Fehlen eines Elternhauses und die 13 Umzüge in meinem Leben, war ein sicherer Ort, ein Platz, an den ich gehöre, seit ich denken kann, das, was mir gefehlt hat. Was ich am meisten gesucht habe. Meine erste Beziehung damals war am Ende mehr eine Co-Abhängigkeit, das erkannte ich und machte den Schritt ins Nichts, den Neustart. Ich zog ein weiteres Mal um, hierher.
Ich fand diese Wohnung, die WG, die Seelenschwester, diesen Ort. Ich habe Freunde hier, ich liebe diese Wohnung. Das ist jetzt 7 Jahre her.
7 Jahre, die die besten meines bisherigen Lebens waren. 7 Jahre, in denen ich verarbeiten, die Therapie abschließen, meine Mutter auf ihrem letzten Weg begleiten und Frieden schließen konnte, die schwierigsten Situationen überwinden und hinter mir lassen. 7 Jahre, in denen ich mich kennenlernte, mich entwickelte, in denen ich zum ersten Mal ich selbst sein durfte. In denen ich endlich das fand, was ich immer gesucht hatte.

7 Jahre, die nun in dem merkwürdigsten Jahr von allen münden, das mich an diesen Punkt gebracht hat. Hierher, ins Auge des Sturms. In dem Wissen, dass ich nicht ewig hier sitzen kann.

Denn Fakt ist auch:
Früher oder später wird entweder die Seelenschwester ausziehen und ich werde ihr zusehen, wie sie ihre Sachen packt und die Wohnung halb leer stehen lässt und ich werde zwar meine Wohnung behalten, aber nicht nur ein, sondern zwei leere Zimmer haben.
Oder ich werde auch hier ausziehen, immerhin werde ich nicht bis an mein Lebensende in dieser Wohnung bleiben.

Früher oder später wird sich etwas ändern, wird meine Basis erschüttert werden, wird das unter mir wegbrechen, was mir zum ersten Mal in meinem Leben Ruhe und Sicherheit gegeben hat.
Früher oder später wird ein neues Kapitel in meinem Leben beginnen, werde ich mich von dem lösen müssen, wovon ich so lange glaubte, meine psychische Stabilität baue darauf auf.

Früher oder später werde ich herausfinden müssen, ob sich meine größte Angst bewahrheitet und ich in ein Loch stürzen werde, sobald mir der Halt fehlt, den ich hier habe – oder ob ich mittlerweile so weit bin, dass ich mir selbst, von innen heraus, diesen Halt geben kann.

Weder hier, noch dort


I’ve had my adventure, I don’t need something new
I’m afraid of what I’m risking if I follow you

Ich hab‘, was ich möchte
Ich bin so gerne hier
Glaubst du, ich will das riskieren und ich folge dir


Ganz ehrlich? Ich habe das Gefühl, ich kann nochmal 3 Blogbeiträge darüber schreiben und habe noch immer nicht in Worte gefasst, wie tief dieses Thema bei mir sitzt. Wie sehr mir das an die Substanz geht, wie groß meine Angst ist.
Ich habe Alpträume davon, wie die Seelenschwester ihre Sachen packt und ich allein hier bin, in leeren Zimmern, verlassen von allem und jedem. Ich spüre die Panik in mir aufsteigen, wenn ich mir vorstelle, den Mietvertrag zu kündigen und meinen Hafen zu verlassen, ohne ein Ziel zu haben. Ich möchte mich in meinem dunklen Zimmer verkriechen aus Angst vor der tiefsten Depression, in die ich wieder fallen könnte, wenn mir mein Halt wegbricht. Mir wird schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass ich Kartons packen muss und sie aus der Wohnung tragen. Die Wände streichen, diese Wohnung fremden Menschen übergeben, die dann hier einziehen.

Wie kann man das aufgeben, was der Hauptaspekt war, um gegen die eigenen Dämonen zu kämpfen? Wie kann man ausgerechnet der einen Sache den Rücken kehren, die gegen das hilft, was da draußen lauert? Das ist nicht nur „Komfortzone“ erweitern, das fühlt sich nach Harakiri an – für mich zumindest. Ich weiß nicht, ob ich es nochmal könnte – Depression, Dunkelheit, Einbruch, Einsamkeit.

Und einmal mehr merke ich, dass auch mein selbst gewählter Lebensstil seine Schattenseiten wirft, die in solchen Zeiten besonders zum Tragen kommen: Ich bin fast 31, habe kein Kind, keinen Mann, keine feste Beziehung, keine Immobilie, keine Verbindlichkeit in meinem Leben. Ich beobachte mein Umfeld, dass mehr und mehr, Stück für Stück in diese Richtung tendiert. Sehe meine älteste Freundin eine Familie gründen. Sehe, wie die Seelenschwester sich Wohnungen mit ihrem Freund anschaut. Sehe, wie immer mehr Menschen ihre „zweite Hälfte“ finden. Sehe schließlich sogar, wie Menschen, die meinen Lebensstil immer teilten, jemanden finden, der einfach passt.
Und es ist nicht so, dass ich mich dagegen wehren würde. Dass ich prinzipiell nein sage zu Verbindlichkeit. Aber… es muss eben passen – der Mensch, der Ort, das Timing, die Gefühle, die Haltungen. Solange es nicht passt, werde ich mich mich nicht mehr auf jemanden einlassen, nur um nicht allein zu sein – das habe ich mir damals geschworen.
Anyway. Es hat natürlich Auswirkungen auf mich, das bei anderen zu beobachten, klar. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich fühle mich nie einsam und es lässt mich kalt, andere immer zu zweit zu sehen.

Und ja, ich habe großartige Freunde, aber ich kann mich nicht von ihnen abhängig machen – die führen ihr eigenes Leben und treffen eigene Entscheidungen.
Und meine Oma werde ich von überall aus besuchen und sehen können – aber ich kann meinen Wohnort nicht auf ewig nach ihr richten, ich muss auch hier unabhängig denken.
Und zu guter Letzt kommt der Fakt hinzu, dass ich nicht einmal beruflich gebunden bin. Ich kann meinen Laptop nehmen und von überall aus arbeiten.

Ich habe zurzeit keine Verbindlichkeit in meinem Leben, keinen Grund, irgendwo zu sein oder nicht zu sein, keinen Halt, keine Richtung, keine Wurzeln, keinen festen Baumstamm, der mir erlaubt, mich an ihm festzuklammern, wenn der Strom mich mit sich zu reißen droht.
Ich habe keine externe Grundlage, nach der ich eine solche Entscheidung richten könnte. Ich habe nur mich. Nur mich und die Frage, was ich als nächstes möchte.

Über Monate hinweg hat mich der Gedanke daran gequält, wie verloren ich eigentlich bin. Das Gefühl, dass ich eben doch nirgends hingehöre. In einem luftleeren Raum vor mich hintreibe, ohne Halt, ohne Richtung.

Und dann stand ich da.

Dort oben.
Auf dem Oberdeck dieser Fähre, zum ersten Mal in meinem Leben – in Richtung Dänemark – etwas, das früher niemals infrage gekommen wäre. Auf hoher See. Zwischen zwei Ländern. Weder hier, noch dort.
Und ich beobachtete die Möwen, die neben uns herflogen, fotografierte eine davon, fühlte den rauen Wind, ohne zu frieren und blickte auf den endlosen Horizont des Meeres, das mir bis vor wenigen Monaten eine so tiefsitzende Angst gemacht hatte, dass ich nie gedacht hätte, ich würde es irgendwann nicht nur „ertragen“, sondern mich innigst mit ihm anfreunden, und plötzlich war alles, was ich dachte…

Ich bin nicht verloren.

Ich bin frei.

Panta Rhei

What do you want? ‚Cause you’ve been keeping me awake
Are you here to distract me so I make a big mistake?
Or are you someone out there who’s a little bit like me?
Who knows deep down I’m not where I’m meant to be?
Every day’s a little harder as I feel your power grow
Don’t you know there’s part of me that longs to go

Into the unknown…

Was soll ich tun?
Warum nur hältst du mich nachts wach?
Soll dein Ruf mich verwirren, dass ich sorglos werd‘, und schwach?
Wär’s vielleicht doch möglich, dass du auch so bist, wie ich?
Und spürst du auch, es gibt niemand sonst wie dich?
Meine Kraft wird immer stärker
Und ich fühl‘ tief in mir drin
Jeden Tag zieht mich es etwas mehr dorthin

Wo noch niemand war


Versteht mich nicht falsch – es ist nicht so, als hätte ich auf diesem Schiff eine Katharsis erlebt und würde jetzt alles mit anderen Augen sehen. Das wäre etwas zu einfach, das Leben ist kein Hollywood-Film. Das Thema führt weiterhin dazu, dass die Stimmung in der WG angespannt ist, dass ich Angst habe, dass ich Alpträume habe und Schwierigkeiten mit dem Magen. Dass ich mich fühle, als stünde ich vor diesem Abgrund und müsste früher oder später springen, ohne zu wissen, was passiert.

Aber… in den letzten Wochen ist es eben nicht nur das.
Da ist nicht mehr nur Angst. Mittlerweile sind da noch andere Gefühle, andere Gedanken.

Ich stand also auf dieser Fähre, betrachtete das Meer, die Möwen, fühlte den Augenblick und dachte…

All diese neuen Dinge, die ich dieses Jahr an mir entdeckt habe, über mich gelernt habe, wären früher nie infrage gekommen. Wer also sagt mir, dass ich mich nicht für andere neue Dinge öffnen sollte, die früher nie infrage kamen? Kann ich überhaupt bei irgendetwas zu 100% sagen, dass es für mich unmöglich ist? Dass ich es nie wollen werde? Woher weiß man das, wenn man es nie probiert?

Als ich in Berlin war, mit dem Köter und lockerem Gepäck, bin ich mit der Mithexe ins einsame Brandenburg, dann an die Ostsee und überhaupt habe ich meine Zugtickets völlig spontan gebucht. Habe spontan innerhalb von 24 Stunden entschieden, was ich als nächstes mache, ob ich den Trip abbreche, weiterziehe, umplane. Ein paar andere Dingen liefen schief, aber… ich habe mich selten so frei gefühlt, so unabhängig. Mein Bett hat mir nicht wirklich gefehlt, ich bin mit ein paar Klamotten klargekommen, ich habe die Heels nicht vermisst und solange es dem Köter gut ging, war der Rest für mich in Ordnung.

Ich weiß schon – für die meisten von euch klingt das nach keiner großen Sache, aber… Gott wenn ihr wüsstet, was das für mich bedeutet. Was das heißt, Jahre, im Grunde den Großteil seines Lebens in einer Angststörung gelebt zu haben und plötzlich zu erkennen, dass man Spaß daran hat, spontan und flexibel und ohne Plan und große Reiseapotheke und doppelte Böden unterwegs zu sein… dass man es nicht nur unter Qualen aushält, sondern… naja… nach Hause kommt und noch am selben Abend darüber nachdenkt, wann und wohin man für wenig Geld und unter angemessenen Umständen so schnell wie möglich wieder irgendwo hin könnte.

Fernweh habe ich nie verstanden.
Unabhängigkeit hat mir immer eher Angst gemacht.
Freiheit habe ich so oft verwechselt mit dem Gefühl, verloren zu sein.

Und jetzt sitze ich hier und denke… Es ist doch dasselbe wie immer mit der Angst, es ist genau das, was ich sonst immer erzähle, das gleiche Prinzip: Für andere wäre meine Situation, diese völlige Unabhängigkeit ein Traum – mir macht sie Angst. Aber dann kann es nicht an der Situation liegen. Wenn absolute Unabhängigkeit und das Gefühl, ein neues Kapitel im Leben beginnen zu dürfen, kategorisch schlecht/ schlimm/ beängstigend/ gefährlich/ schädlich wäre, dann gäbe es keine Menschen, die das erstrebenswert fänden.
Es liegt – wie immer! – nicht an der Sache, sondern an der Haltung dazu! Es ist die Angst, es ist ein Gefühl, eine Illusion in meinem Kopf. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich kämpfe gerade nicht mit der Situation – ich kämpfe mit meiner Angst vor dieser Situation. Das ist ein elementarer Unterschied.

Ich meine…. wie bezeichnend ist es bitte, dass ich im Dezember einen Beitrag schrieb, in dem ich das Jahr 2020 unter das Motto „Panta Rhei“ stellte? Dass ich mir das „Panta Rhei“ sogar noch tätowieren ließ, mir es auf die Haut schreiben ließ, dass man niemals in denselben Strom zweimal steigt.
Alle Zeichen stehen dieses Jahr auf „Neubeginn“, alles zeigt in dieselbe Richtung, der Strom wird immer stärker, während ich mich noch immer hier festklammere – wissend, ich werde früher oder später loslassen müssen und sehen, wohin das Leben mich treibt.

Schnapsideen

So Leute. Und jetzt kommt endlich das, was ich euch schon seit Tagen erzählen und worüber ich twittern möchte und was auch in den nächsten Wochen den privaten Twitteraccount ein wenig einnehmen wird… Und ja, ihr dürft mich für übergeschnappt halten, I don’t care.
Als Spoiler: Nein, die kinky O., die über Sex schreibt wird nicht (nie) verloren gehen und nein, ich werde nicht alle Schnapsideen umsetzen, von denen ich hier sprechen werde. Lest bis zum Ende, bevor ihr mir den Vögel zeigt ;)… (Vogel – haha. Sorry, geht schon wieder…)

Ich habe mich in den letzten Wochen viel mit der Frage beschäftigt, was es wohl noch so im Leben geben mag, von dem ich immer (meist aus Angst) gesagt habe, es sei nichts für mich und was in Wahrheit aber voll mein Ding ist.
Parallel zu diesen Gedanken habe ich mich in meiner Verzweiflung über das „wo ziehe ich hin?“-Thema mit der Frage beschäftigt, welche Möglichkeiten ich denn habe, welche Alternativen es gibt.

Dann dachte ich… wieso muss ich eigentlich jetzt sofort entscheiden, wo ich mir meinen nächsten festen Wohnsitz einrichten will? In Berlin? Aber in welchem Bezirk weiß ich doch gar nicht. Oder an der Ostsee? Und was, wenn es mir im Winter eben doch zu grau ist? Man muss doch… test-wohnen dürfen, oder? Man kann doch nicht die Katze im Sack kaufen. Irgendwann, in einem heftigen Gespräch mit der Seelenschwester habe ich im Affekt etwas gesagt, was erst als Witz gemeint war, mich dann aber zum Nachdenken gebracht hat. Ich sagte:

„Ich hab so dermaßen die Schnauze voll von diesem Thema dieses Jahr, dass ich kurz davor bin, die Wohnung zu kündigen, meine Möbel auszumisten, nur das Nötigste zu behalten und das irgendwo unterzustellen. Und dann meld ich mich bei Omi an, damit ich meine Post bekomme und wohne 2 Wochen in Berlin, dann 3 Wochen an der Ostsee, dann eine Woche hier oder bei Omi oder… keine Ahnung! Wo auch immer ich eben gerade was finde. Und dann teste ich alles aus, bis ich weiß, wo es mir am besten gefällt für den Augenblick und erst DANN such ich mir genau dort eine Wohnung!“

Ähm.

Ja…

Nein, keine Angst, das ist nicht der Plan. Zumindest nicht Plan A…. Denn die Seelenschwester war – zu meiner größten Überraschung – begeistert. Sie würde lieber heute als morgen die Wohnung kündigen und abhauen. Zugegeben, sie hängt auch weniger an der Wohnung als ich, aber… das geht ja nicht.

Oder?

Ich dachte nach. Fuck, dachte ich nach diesem Abend viel nach.
Ich grübelte über Pläne, über Wohnungen, über Test-Wohnen und Weihnachten. Seit ich denken kann, ist Weihnachten meine schwierigste Zeit im Jahr. Im November ist der Todestag meiner Mutter, Weihnachten selbst macht mich immer tendenziell… nun, nicht depressiv, aber ich muss schon auf meine Stimmung achten. Andererseits… ich sage das immer. Ich bin es gewohnt, das zu sagen. Wer sagt mir, dass es mir mit Weihnachten nicht auch so gehen könnte wie mit dem Meer? Dass ich lockerer sein könnte als ich von mir selbst erwarte? Ich weiß es nicht! Und ich werde es nie herausfinden, wenn ich es nicht einmal ausprobiere. Ich werde bis an den Rest meines Lebens denken, ich bin ein Mensch, der mit Weihnachten Schwierigkeiten hat, wenn ich es nie drauf ankommen lasse.

Dann googelte ich (mehr aus Spaß wieder) nach der Möglichkeit, Möbel zu lagern und den Kosten und… ihr wisst ja, wie das ist, wenn man googelt – man kommt von Katzenbabys zu Rechtsterrorismus.
Ich kam in dieser Nacht von Lagerhäusern über AirBnBs über Ferienhäuser über Dänemark zu dem Stichwort „Vanlife“…
Ich schmunzelte. Vanlife. Haha. Leute, die in einem Bus leben, es genießen, völlig frei zu sein, reisen zu können, vermutlich noch vom Bloggen leben und… ja klar. Pff.
Das wird als das absolute Traumleben verkauft, aber das gibt’s doch so nicht. Und selbst wenn – damit könnte man mich jagen, dachte ich. Ich reise ja nicht gern und ich bin nicht spontan und flexibel. Ich bin gern zu Hause und brauche ein festes Plätzchen und überhaupt habe ich ja den Hund und… ich bräuchte meinen Schreibtisch zum Arbeiten und Camping ist generell nichts für mich.

Ähm… Augenblick.

Ich hielt inne. Und dachte nach…
Ich komme gerade von Dänemark nach Hause und mein Browserverlauf ist voll von Überlegungen, wie ich wann als nächstes für wenig Geld und mit möglichst viel Ruhe zum Schreiben an irgendeinen anderen Ort im Norden komme. Ich bin dieses Jahr so spontan gewesen wie nie zuvor in meinem Leben und ich habe mich immens wohl damit gefühlt. Ich bin gern zu Hause, aber es zieht mich doch nicht umsonst auch sofort wieder in die Ferne zurzeit. Ich habe Reisen bisher irgendwie immer mit Süden verbunden – nicht zuletzt, weil die Sache mit Sylt in meiner Kindheit so tief in mir saß und ich alles abgehakt hatte, was nördlich von Berlin war. Wer zur Hölle hätte je gedacht, dass mir der Norden eigentlich mehr als gefällt? Die Ruhe, die Abgeschiedenheit, die Natur, die Ostsee…

Dänemark war… eine der besten Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Und der Köter war dabei und solange es an ihn angepasst ist, lebt er quasi im Paradies, weil er nie allein ist und ständig in der Natur und… ja, ich liebe meinen Schreibtisch, aber… dieses Jahr habe ich die produktivsten und kreativsten Stunden definitiv NICHT an meinem Schreibtisch, sondern an der Ostsee verbracht.

Okay, durchatmen. Von vorn. Nachdenken. Du wirst ja wohl nicht ernsthaft in Erwägung ziehen, die Wohnung zu kündigen und in einem fucking Bus zu leben.^^

Fast 5 Stunden später hatte ich vier Camperlife-Blogs quasi durchgelesen, den Ausbau von Bussen recherchiert, mich nach Trekking-Ausrüstung erkundigt und googelte nach gebrauchten Campingbussen.

Soweit so gut.

Ich greife kurz vor: Nein. Ich werde natürlich nicht meine Wohnung kündigen und in einem Camper leben. 😀 Zugegeben, ich habe manchmal kurze Phasen der Euphorie, aber meine Vernunft holt mich recht zuverlässig auf den Boden der Tatsachen zurück.

ABER:
Die Idee hat mich natürlich auch nicht ganz losgelassen…
Ich bin frei wie vielleicht niemals wieder in meinem Leben. Der Hund ist gesund und glücklich da, wo ich auch bin. Die Wohnung wird ohnehin in absehbarer Zeit gekündigt und ich weiß noch nicht, wo ich wohnen möchte. Am liebsten würde ich gern ein paar Orte test-wohnen, finde den Gedanken nicht völlig abwegig, für ein paar Monate verschiedene Dinge auszuprobieren und mich noch nicht vollkommen festzulegen.
Das alles ist in meinem Kopf, ja – an einem Tag fühlt es sich aufregend an, am nächsten will ich mich verkriechen und mich an der Wohnung festnageln. Das Thema rumort jetzt einfach eine Weile in mir, das ist okay. Unabhängig davon ist mir natürlich durchaus bewusst, dass das für mich allein schon deshalb nicht infrage kommt, weil (der aufmerksame Leser wird das schon wissen) ich natürlich noch NIE in meinem Leben campen war. Ich war auf Festivals, ich habe schon in Zelten geschlafen, aber vergleichbar ist das nicht, nein.

Mir ist bewusst, dass das eine wirklich andere Art zu leben ist, eine völlig neue Erfahrung und dass man das nicht von 0 auf 100 machen kann, sondern erst herausfinden, ob das was für einen ist. Und ich rede hier nicht von „ich verkaufe meine Sachen und lebe dann in einem Bus“ – das kommt nicht ernsthaft infrage, ihr wisst, wie vernünftig ich am Ende des Tages bin. Aber selbst die Vorstufe: ein paar Wochen hier bei Freunden, ein wenig da, zwei Wochen Camping, usw. Auch das ist anders als alles, was ich bisher kannte, das ist mir klar. Wenngleich nicht komplett unrealistisch.

Aber… um herauszufinden, ob das auch nur im Ansatz JEMALS für mich infrage kommt oder ob das vielleicht einfach für die Zukunft eine neue Art ist, wie ich mir diese kleinen, für mich passenden Reisen ermöglichen kann… sollte ich es doch zumindest mal testen, oder?

Tja, Leute.

Und damit sind wir da, wo ich endlich ankommen wollte, zumindest was diese Blogbeitragsreihe angeht. Ich kann euch also endlich von dieser Schnapsidee erzählen, die für mich in dieser Zeit des inneren Aufruhrs ein Lichtblick ist und mir eine so heftige innere Vorfreude bereitet, dass ich sicher bin: Es ist das Richtige.

Ich werde campen gehen.

Ich, die Seelenschwester und die Mithexe (also alles Menschen, mit denen ich ohnehin zu tun habe und die zum engeren Kreis gehören) und natürlich der Köter werden im September eine komplett Corona-konforme, isolierte, abgeschottete, einsame Camping-Roadtrip-Tour machen, auf die ich mich so freue, dass ich es kaum sagen kann. Wir haben für wenig Geld über eine Homepage einen (haltet euch fest!) bunten, alten Bulli gefunden, super gemütlich eingerichtet und ausgestattet, mit dem wir Mitte September für eine Woche nach Skandinavien abhauen.

Ich hab das noch nie gemacht, mir ist bewusst, dass es sein kann, ich sage nach 3 Tagen, dass es überhaupt nichts für mich ist, aber… das herauszufinden, mir zu ermöglichen, eine völlig neue Tür zu öffnen, mir eine komplett andere Art zu leben anzuschauen, ist… aufregend und gut und hilft mir gerade einfach, alles andere ein wenig an Wichtigkeit verlieren zu lassen.

Parallel stellen wir gerade eine Anzeige ins Netz, in der wir jemanden für November suchen, um die Wohnung als Base über den Winter noch behalten zu können – weil es die vernünftigste Lösung ist. Aber wir halten die Augen offen und strecken die Fühler aus, in alle Richtungen. Und wir gehen campen.

Ich gehe campen.

Fuck.

ICH GEHE CAMPEN?!

Into the Unknown

Are you out there?
Do you know me?
Can you feel me?
Can you show me?

Where are you going? Don’t leave me alone
How do I follow you…?
Into the unknown
.

Gibt’s noch andere? Sind sie auch hier?
Ich will’s wissen, komm und zeig’s mir

Du darfst nicht gehen, wir sind uns so nah
Ich komm‘ mit,
will dorthin…
Wo noch niemand war.

Es sind drei Beiträge geworden und ich habe noch immer nicht das Gefühl, mich ausgedrückt zu haben. Meine Gefühle und Gedanken in Worte gefasst zu haben. Habe noch immer das Gefühl, jeder, der das hier liest, muss mich für einen neurotischen Kontrollfreak halten, der sich viel zu viele Gedanken macht, das Leben zu dramatisch sieht oder der gerade eine komplette Schnapsidee hat oder… keine Ahnung.

Für’s Protokoll: Ich bleibe euch natürlich erhalten als die Frau, die über BDSM und Sex twittert, aber Events gibt es ohnehin zurzeit nicht und… mir bleibt nicht mehr übrig als zu hoffen, dass euch diese Zwangspause nicht zum Gehen verleitet. Ich denke, ich werde eine Mischung finden aus ein paar neuen Richtungen im Leben und Sex – ihr kennt mich, das ist einfach ein zentrales Thema in meinem Leben. 😉 Und ich bin auch zu vernünftig für absolute Hals-über-Kopf-Aktionen. Ich bin in Gedanken manchmal gern euphorisch und zu 120% begeistert, aber am Ende des Tages hat der Verstand das letzte Wort. Aber… ich denke, ich habe gerade keine Wahl als mich von meinem ganz eigenen Fluss treiben zu lassen. Ich kann nur hoffen, dass ihr mitkommt.

Und ja. Mir ist bewusst, dass dieses Jahr für alle heftig und schwierig war und Krisen jeglicher Art ausgelöst hat – ich bin keine Ausnahme, das weiß ich. Aber vielleicht gibt es den ein oder anderen, dem es gut tut zu lesen, wie heftig auch andere struggeln? Keine Ahnung.
Wenn nicht, ist es im Grunde auch egal, denn mir hat es – das merke ich jetzt schon – unglaublich gut getan, darüber zu schreiben. Es war wie ein Dammbruch, der in Dänemark geschah.
Vorhin las ich mir den Entwurf durch, den ich im Januar zu dem Thema #Berlinruft angefangen habe: Es waren fünf Seiten allein schon kursiv gedruckt als Einleitung (ihr wisst schon, so wie ich immer am Anfang ein Bild zeichne). Und das Bild war ein Horrorszenario, wenn ich das heute so lese – von mir auf einem Floß in brütender Sonne auf offenem Meer, wie in dem Film „Open Water“. Kein Land in Sicht, verbrannte Haut und das Wissen, ich muss irgendwo hin und wenn ich Glück habe, ist dort Land und wenn nicht, dann treibe ich noch weiter aufs offene Meer. Allein es zu lesen, hat mir Bauchschmerzen bereitet. Kein Wunder lag der Beitrag brach. Kein Wunder konnte ich monatelang nicht darüber schreiben. Kein Wunder hat mich das Thema so gequält, wenn es unterbewusst solche Assoziationen hervorruft.

Und wie bezeichnend ist es, dass das Horrorszenario von offenem Wasser, das sich im Januar in meinem Unterbewusstsein verankert hat… ausgerechnet dann aufgelöst wurde, als ich den Blick auf das offene Meer richtete, weit draußen, eine Möwe über mir?

Nun.

So bezeichnend, dass ich in ein paar Tagen einen Tattootermin habe und mir eben diese Möwe, dieses von mir in diesem Augenblick aufgenommene Bild, stechen lasse.

So bezeichnend, dass ich merke, wie mir noch immer übel wird, wenn ich an das denke, was kommt – aber dass ich langsam anfange, zwischen all der Angst auch kurze Augenblicke von positiver Aufregung zu fühlen. Weil ich mich an das Vertrauen erinnere, das ich mir in meinem Leben hart erarbeitet habe. Das Vertrauen darin, dass die Phönixmomente es wert sind. Dass es sich immer, wirklich immer lohnt, zu brennen, sich ganz bewusst ins Feuer zu wagen. Weil es immer das Feuer ist, durch das man wächst. In dem man sich entwickelt. Durch das man neu und stärker und schöner auf der anderen Seite ankommt.

So bezeichnend, dass ich den Wald vor lauter Bäumen mal wieder nicht sah, weil ich schon das ganze Jahr so beschäftigt bin mit dem Gefühl, meiner größten, am tiefsten sitzenden Angst gegenüber zu stehen und mich wie erstarrt fühle… – denn sonst hätte ich nicht erst auf dieser Fähre ganz bewusst mein zweites Tattoo, das mich schon viele Jahre begleitet, betrachtet und den Zusammenhang erkannt.

„In deiner größten Angst liegt dein größtes Wachstum.“


Die Nebelwand um mich her bewegt sich. Der Sturm tobt.
Ich weiß, es wird heftig. Ich weiß nicht, wer ich sein werde, wenn ich auf der anderen Seite herauskommen werde. Ich weiß nicht, wann ich mich traue, durchzugehen – noch sitze ich hier. Noch kämpfe ich mit mir selbst. Noch lähmt mich die Angst.

Aber mein Gefühl ändert sich langsam. Meine Haltung wird aufrechter. Mein Blick nimmt mehr wahr. Ich höre noch immer dieses Rufen, auch wenn ich noch immer nicht zuordnen kann, aus welcher Richtung es kommt. Es wird noch ein klein wenig dauern, aber… ich kenne mich. Ich werde nicht so lange hier sitzen wollen, bis das Leben mich mit sich reißt.

Früher oder später werde ich aufstehen und selbst entscheiden wollen, wann ich mich diesem Sturm stelle.

Aufrecht.
Mit Blick nach vorn.

Wo auch immer das sein mag.

7 Kommentare zu „Im Auge des Sturms, Teil 3/3

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  1. Wow!
    Als ich anfing diesen Beitrag zu lesen, dachte ich nur „Camperbus“
    Nicht zuletzt auch weil ich am Wochenende diesen Beitrag gesehen habe:
    https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/echtes-leben/sendung/unterwegs-im-camperbus-auf-der-reise-zu-sich-selbst-100.html
    Das kann ich mir für Dich und Deinen Köter richtig gut vorstellen.
    Es ist echt witzig wie es dann bei Dir zu dieser Überlegung kam.
    Liebe Ophelia, mache es. Jetzt hast Du die Möglichkeit. Es ist auch, sollte es nicht für Dich sein, eigentlich sehr einfach es jederzeit zu beenden.
    Ich drücke Dir den Daumen, dass Du die für Dich richtigen Entscheidungen triffst.

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    1. Danke Christian!
      Die Ideen reifen – eine verrückter als die andere. Und das Beste: Ich beginne, mich auf das Neue zu freuen.
      Es wird spannend, das steht fest.

      Danke fürs Hiersein, wie immer. Das bedeutet mir wirklich viel. ❤

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  2. Liebe Ophelia,

    ich habe nun deine 3 Beiträge gelesen und hatte spätestens ab dem ersten viertel des zweiten Teils, massive Bauchschmerzen. Einfach weil du so lebendig beschrieben hast wie du denkst und was du fühlst.

    Ich kenne diese Gedanken auch, stelle mir meist ähnliche Fragen und hätte es am liebsten wenn sich alles und gar nichts ändert (sofern das in diesem Zusammenhang für außenstehende Sinn ergibt).

    Mal wieder bin ich absolut begeistert wie du über deinen Schatten springst und obwohl du offensichtlich damit Schwierigkeiten hattest/hast, trotzdem zu dir und deinen Überzeugungen stehst.

    Ich wünsche mir jedesmal wenn ich solche Beiträge von dir lese, dass es mir eines Tages ja eventuell doch mal möglich wird, die Frau hinter diesem Account bzw. hinter diesen Worten kennenzulernen (Spoiler: Mir ist klar das es nie soweit kommen wird und dass du soetwas nur in einem sehr engen Kreis von sehr guten Freunden zulassen würdest).

    Ich hoffe, dass das Leben sich für dich in eine Richtung entwickelt mit der du Leben kannst und das du wieder einen Ort findest der für dich ein „neuer Sicherer Hafen“ wird, an dem du dann vielleicht auch endlich mal ganz zur Ruhe kommen kannst.

    Wie immer gilt: Falls diese Nachricht unangemessen sein sollte, gib mir kurz Bescheid und ich lösche sie direkt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Marcel

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    1. Lieber Marcel,
      danke für diesen lieben, überhaupt nicht unangemessenen Kommentar – im Gegenteil, es freut mich zu lesen, dass ich Menschen mit meinen Texten berühren und dass der Effekt häufig ist, dass ich das gespiegelt bekomme und lesen darf, dass auch andere solche Gedanken verstehen und aus Erfahrung kennen. Das tut gut. 🙂

      Tatsächlich habe ich vor kurzem jemanden kennengelernt, bei dem sich rausgestellt hatte, dass er meinen Twitteraccount kennt und nicht wusste, wer ich war und dass er mir vor 2 Jahren eine lange Nachricht geschrieben hatte, unter anderem mit einem „ich stelle mir vor, wie es wäre mal ein Glas Wein mit dir zu trinken“. Und dann saßen wir da und tranken Wein. Die Welt ist kleiner als man denkt…

      In diesem Sinne – ich wünsche dir alles Gute und vielleicht lese ich ja mal wieder von dir. 🙂

      O.

      Liken

  3. „phönixmomente“ – was für ein wort. ein toller text, sehr schön zu lesen. ich bin in einer komplett anderen situation wie du, ich versuche grade alle mauern aufzubrechen um frei zu sein – also genau das was du ansprichst, aber dennoch empfinde ich das gleiche. angst, das gefühl stillzustehen, dann wieder euphorie über so viele pläne und ideen, hoffnung und panik… alles gute für deinen weiteren weg!

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    1. Das Wort verwende ich schon seit Jahren – hat mir schon häufig geholfen. 🙂

      Ich wünsche dir auch alles Gute und hoffe, dass sich die Angst auflöst und du findest, was du suchst. Danke fürs Mitlesen und schön, dass du hier bist 🙂

      Gefällt 1 Person

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