Der Ruf der Möwe

Oder: Ein Buch zu Ende lesen und ein neues beginnen

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Meine Lieben,

ich schreibe diese Zeilen mit einer frischen Brise im Haar, dem Gefühl von lauwarmem Sand zwischen den Zehen, dem Kreischen der Möwen in meinen Ohren, die jegliche Musik überflüssig machen und ja, dem Blick auf die offene See.

Nie hätte ich mich hier geahnt – an diesem Ort. Äußerlich genauso wenig wie innerlich.

Nie hätte ich gedacht, dass ich einem Mann, noch dazu ausgerechnet einem solchen (ihr werdet später erfahren, was ich damit meine), so viel zu verdanken haben könnte.

Nie hätte ich gedacht, dass ich es schaffen würde, auf diese Art und Weise Frieden mit dem Meer zu schließen, das mir in meinem Leben doch so unerträgliche Stürme beschert hat.

Aber hier bin ich.
Hier, in dieser fremden Stadt, bei diesem nicht mehr ganz so fremden Mann, den ich inmitten der vermutlich größten Krise der Menschheit der letzten Jahrzehnte kennengelernt habe.
Hier in diesem mir völlig neuen friedlichen, versöhnlichen Nebeneinander mit meinen Dämonen, die nichts anderes tun als mit mir gemeinsam gebannt den Möwen zu lauschen.

Hier, an der Ostsee…

…und kann endlich wieder schreiben.

 

Aber wie war das?
Natürlich:

Von vorn.


 

Die Stimme in der Stille

Was ist „von vorn“, wenn man nicht mehr weiß, wo man aufgehört hat? Wenn man schon so lange nicht mehr irgendwo angefangen, aufgehört oder weitergemacht hat, dass man jegliches Gefühl für das eigene Konzept verloren hat? Ich weiß es nicht. Ich kann nicht einmal mehr sagen, wann ich zuletzt geschrieben habe. Ihr wisst schon… wirklich geschrieben.
Nicht über Corona, nicht Twitter, nicht einfach nur ein paar seelenlose Absätze, um das Gefühl der Tasten unter meinen Fingern zu spüren. Nein, ich meine richtig geschrieben – abgetaucht, mich verloren, um mich in von mir selbst geschriebenen Worten wiederzufinden. Das ist lange her. Ich glaube, es war vor Corona.

Vor Corona.

Klingt es sehr theatralisch, wenn ich sage, es fühlt sich ein bisschen an wie ein anderes Leben? Als wäre man alt und würde über dieses „früher“ reden. Über das Salsatanzen, über große Menschenansammlungen, die sich gemeinsam zu Musik bewegen, über Körperkontakt mit Fremden, bei denen nur der Augenblick zählt, über fremden Schweiß beim Tanzen – oder beim Sex. Oder sagen wir: Beim Spielen. Ja, ich denke auch an die Szene, an Events, an die Wochenenden, wie ich sie vor Corona erlebt habe. Daran, wie ich mir freitags überlegt habe, welches Outfit ich am Samstag anziehe und mit wem ich Lust habe zu spielen oder ob ich das lieber spontan entscheide. Es fehlt mir – und dann wieder gar nicht.

Ich meine, mir ist durchaus bewusst, dass „vor Corona“ kein anderes Leben war und es im Grunde „nur“ einige Wochen her ist – aber es wirkt immer weiter weg. Es verblasst immer mehr, weil die Erfahrungen, die ich mache – viele davon online und auf dem Server – einfach so intensiv sind, ihren eigenen Rhythmus haben, ihre eigene Dimension von Raum und Zeit, sodass es mir manchmal vorkommt, als wären es nicht Wochen, sondern Monate – mindestens. Eine lange Zeit jedenfalls, die sich anfühlt wie… ein Vakuum. Ein Zustand der völligen inneren Stille. Manchmal tut es fast gut, weil man gezwungen wird, sich auf andere Dinge, auf sich selbst zu konzentrieren.

Und manchmal will man schreien – einfach nur, um die Stille zu füllen, weil man glaubt, sie nicht länger zu ertragen.

Der Server, der Quarantänekerker, ist ein Herzensprojekt geworden – nicht nur für mich, sondern für viele, die sich hier mit Leib und Seele einbringen. Mit den Wochen entstanden Kontakte, entstand dieses Team, entstanden Gruppen in den einzelnen Räumen, die sich zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten trafen, um zu reden. Um Zeit miteinander zu verbringen, sich gegenseitig Gesellschaft zu leisten. Ich habe all das beobachtet – mit viel Liebe und Freude und bisweilen ein bisschen Stolz, weil es meine Idee war, die zumindest den Anstoß dafür gab, wenngleich die Arbeit von vielen es überhaupt erst möglich machte. Aber ja, erst habe ich immer nur beobachtet, während ich vor mich hin arbeitete. Dinge klärte, mich um rechtliche Angelegenheiten kümmerte, mich ablenkte und in Arbeit vergrub, damit andere das Projekt genießen konnten. Ich habe lange geglaubt, das sei mein Job hier. Meine Aufgabe. Mein Part. Und ich war nicht nur zufrieden, ich habe es geliebt. Die zu sein, die anderen ermöglicht, sich besser zu fühlen, Hilfe zu bekommen. Den Safe Space zu schaffen, in dem andere positive Erfahrungen sammeln und etwas gegen ihre eigenen Dämonen tun können. Das ist es, was ich mit meinen Runden ja auch mache. Das war auch der Gedanke hinter dem Server. Das war mein Ziel und meine Aufgabe und… nun ja, ich war damit mehr als zufrieden. Die Stille um mich her war erträglich, ich war abgelenkt durch angenehme Gedanken, durch das, was dort geschah, das Beobachten anderer und die Arbeit im Hintergrund.

Nun.

Zumindest bis zu dieser einen Nacht, in der die Stimme eines Mannes, der mir meine Lieblingsgeschichte von Edgar Allen Poe vorlas, die Stille durchbrach.

Den Prolog überspringen

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Während ich diese Zeilen tippe, leisten mir ein paar Sturmmöwen Gesellschaft, wenige Meter vor mir höre ich das Wasser leise plätschern. Es ist kurz vor sechs, die Sonne scheint noch, aber der Wind ist frisch. Ganz entfernt, zu meiner Rechten, höre ich ein Frachtschiff, während links von mir Hunde bellen. Interessant irgendwie, dass ich wohl intuitiv und ohne es zu wissen, zum Hundestrand gelaufen bin – denn Führung oder jemanden, der sich hier auskennt, habe ich heute nicht. Ich bin allein unterwegs, ich wollte den Nachmittag für mich. Einerseits weil ich die durchgehende Gesellschaft von Menschen (*eines Mannes) nicht gewohnt bin. Andererseits, um allein zu sein – mit dieser Stadt. Mit mir. Mit dieser Erfahrung.

Mit der Ostsee.

Denn genau das bin ich gerade – allein mit der Ostsee.

Wie ich hier hergekommen bin, ist irgendwie… eine andere Geschichte. Eine Geschichte, die mit einer Stimme in der Nacht beginnt und mit einer Reise an die Ostsee endet. Das heißt… endet sie hier? Ich weiß es nicht. Vermutlich nicht, aber ich kann nicht in die Zukunft blicken. Es ist jedenfalls eine Geschichte, die heute noch nicht erzählt werden soll und die auch – so merkwürdig das klingen mag – eigentlich nicht relevant ist für das, was ich heute mit euch teilen möchte (oder will ich es in Wahrheit nur aufschreiben, um es für mich selbst zu verarbeiten? Und vor allem: macht das am Ende überhaupt einen Unterschied?). Die Geschichte dieser Stimme in der Nacht folgt noch. Ich kann und will sie euch nicht vorenthalten, aber sie, oder besser… er verdient einen eigenen Platz hier. Einen eigenen Text. Einen eigenen Namen und einen eigenen Titel. Diese Geschichte ist nicht mehr und nicht weniger als der Prolog zu diesem Beitrag. Die Voraussetzung, die mir ermöglichte, diese Zeilen hier schreiben zu können.
Vielleicht könnt ihr – vielleicht kann er – am Ende dieses Beitrags zumindest im Ansatz erahnen, wie viel Bedeutung ich ihr damit gebe.

Heute möchte ich also ausnahmsweise den Prolog überspringen, den ich nachreichen werde. Möchte hier, an diesem Ort, eine andere Geschichte erzählen. Ich muss aufschreiben, was ich hier erlebe, während ich im Grunde überhaupt nichts erlebe, außer hier zu sitzen und den Möwen zu lauschen.

Und um dieses Erlebnis, diese Erfahrung, die ich hier mache, auch nur im Ansatz verstehen zu können, muss ich zwar nicht von vorn beginnen, aber… zumindest mittendrin.

Die junge Frau und das Meer

 

„Das Meer ist der letzte freie Ort auf der Welt.“
Ernest Hemingway (1899 – 1961)

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Ein paar von euch werden sich an einen Beitrag aus dem letzten Herbst erinnern: eine Erzählung über meine Reise nach Venedig, die ich mir selbst zum 30. Geburtstag geschenkt habe. Zweieinhalb Tage waren geplant, nach einem habe ich abgebrochen und im Grunde ist das alles, was man dazu wissen muss. In dem Beitrag erzählte ich unter anderem von meinem Leben mit meiner schizophrenen und alkoholkranken Mutter. Von meinen früheren Angststörungen und der Unmöglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder woanders zu übernachten. Der Weg aus dieser fesselnden Dunkelheit heraus war verdammt hart, aber er hat sich gelohnt. Letztes Jahr fühlte ich mich so sicher, dass ich meinen 30. Geburtstag zum Anlass nahm, mich nun endlich ganz bewusst dieser Feuerprobe, meinem ganz persönlichen Endgegner auszusetzen: ich wollte allein verreisen.

Ich zitiere hier der Einfachheit halber meinen eigenen Beitrag „Dolce Vita my ass“ vom Herbst 2019:

Es ist nicht so, als hätte ich noch nichts von der Welt gesehen. Ich war in Ägypten, Tunesien, Barcelona und anderen europäischen Städten, einige Wochen in der Karibik… aber all diese Reisen fanden vor meinem 20. Lebensjahr statt. Vielleicht mit Ausnahme von einer Fahrt nach Zürich oder ähnliches. Und jede dieser Reisen ist in meinem Kopf höchst und wirklich zutiefst ambivalent. Einerseits verbunden mit den aufregendsten Erfahrungen, den schönsten Erinnerungen – andererseits auch mit Unfällen, Krankheit und Schizophrenie-Schüben oder Alkoholeskapaden meiner Mutter. Mit Krankenhausaufenthalten in fremden Ländern, die ich als 14jährige organisierte, weil ich allein mit ihr unterwegs war. Mit wachen Nächten, weil ich auf sie aufpasste, weil sie nicht mehr zurechnungsfähig war und ich wusste, wenn sie das Zimmer verließ, würde sie nicht mehr zurück finden.
Die Karibik war mein schönstes Reise-Erlebnis – und zugleich das schlimmste und prägendste, weil meine Mutter dort eine Welle an Wahnvorstellungen hatte, ihre Schizophrenie unkontrollierbar wurde und sie quasi direkt damit schwer depressiv wurde. Ich war ein Kind, definitiv zu jung für so etwas. Es war paradiesisch. Perfekt. Unerträglich und lächerlich perfekt. Und sie hatte einen Schub, sperrte sich in ihr Zimmer ein, hatte Halluzinationen und ich suchte mir allein meinen Weg durch eine Hotelanlage, um für sie Essen zu besorgen. Es war eine Erfahrung, die mich bis ins Mark, bis heute zutiefst prägt. Das erste Mal, dass ich ihre Depression als solche wahrnahm, war der Tag, an dem wir den berühmten Bacardi-Strand besuchten. Es war die Hölle im Paradies. Ich verstand damals noch nicht, wie man zwei so unterschiedliche Empfindungen miteinander verarbeitet, also prägte es sich in mein Innerstes falsch ein. Nämlich als ein Grundprinzip, das mich viele Jahre verfolgte: Je schöner etwas ist, desto vorsichtiger solltest du sein. Je mehr etwas nach Paradies aussieht, desto wahrscheinlicher ist es eigentlich in der Hölle.

Es ist diese ganz persönliche Hölle, in der ich mit meiner Mutter mehrere Wochen festsaß, an die ich jedes Mal denken muss, wenn ich mir vorstelle, in ein sonniges Land zu reisen. Ich liebe die Sonne. Ich würde gern mal wieder an einen Strand liegen. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es mich nicht triggert. Dass nicht etwas in mir das Gefühl hat, als würde es sich innerlich immer schlimmer anfühlen, je schöner es äußerlich ist. Paradiesisches Meerpanorama und Palmen an weißen Sandstränden haben manchmal auf mich dieselbe Wirkung wie… Clowns oder Puppen auf Menschen, die einmal den falschen Horrorfilm gesehen haben und seither immer Angst vor Dingen haben, die für andere mit Humor und Spaß besetzt sind.

Letztes Jahr stand ich dann in Venedig, roch nach rund zehn Jahren den salzigen, einzigartigen Geruch des Meeres und hatte eine Panikattacke, die mich beinahe in die Knie zwang. Ich hatte mich im Griff, wanderte durch die engen Gassen der Inselstadt, spürte die Sonne, hörte Serenaden, saß auf dem Markusplatz, trank ein Glas Rotwein mit dem Laptop vor mir, während die Sonne unterging – genau wie ich es mir immer erträumt hatte -, ich lebte das, was mir immer der Inbegriff, die absolute Perfektion der Erfahrung einer weltoffenen, jungen Schriftstellerin war… und brach völlig zusammen.

Ich habe noch nicht oft so heftige Einbrüche erlebt wie in Venedig und gerade dort, wo alles so perfekt war, holte mich etwas ein, das ich vergraben glaubte. Aber so ist das eben mit diesen Dingen, die man vergraben glaubt – so wirklich weg sind sie eben nicht und meistens sind es die ungünstigsten Augenblicke, in denen sie einen dann schließlich doch heimsuchen.
Jedenfalls war Venedig ein absoluter Alptraum und das Meer nach zehn Jahren wiederzusehen hatte alles, nur nicht die heilende, versöhnliche Wirkung, die ich mir erhofft hatte. Ich habe die Reise abgebrochen – ich denke, mehr muss man dazu nicht sagen. Es war nach zehn Jahren das erste und seither das letzte Mal, das ich am Meer war.

Vor einigen Stunden bin ich durch einen kleinen Waldteil an genau dieser Stelle gelandet, lief einem Mann hinterher, den ich erst seit einigen Wochen kenne, der mir seine Stadt zeigen, mir eine Freude machen wollte und der zwar wusste, dass das Meer und ich eine… eher ambivalente Beziehung haben, aber der auch von meiner Art weiß, mit schwierigen Dingen und Triggern umzugehen und der es geschafft hatte, dass ich mich auf die Sache einließ. Auf die Ostsee.

Auf das Meer.

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Es war das erste Mal, dass ich das Meer sah, ohne offene Schuhe an meinen Füßen und Bikini in der Tasche.

Es war das erste Mal, dass ich das Meer sah, während ich eine Windjacke trug, eine Jeans, und mir ein klein wenig kalt war, obwohl die Sonne schien.

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Es war das erste Mal, dass ich das Meer sah, ohne dass diese dumpfe, Horror-artige Angst in mir hinaufstieg, weil das Szenario zu perfekt, zu paradiesisch ist.

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Der Wind war angenehm, aber etwas frisch. Der Sand war weich, aber durchzogen von Steinen und zerbrochenen Muscheln. Es waren weit und breit keine Palmen zu sehen, stattdessen eine mir vertraute Art von Grün, von Gras und von Bäumen, die dazu führten, dass ich mich nicht fremd fühlte.

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Ich fragte ihn, ob er mir ein paar Minuten geben würde, zog meine Schuhe aus, ging allein zum Wasser, betrachtete das offene Meer und blickte dann nach unten, zu meinen Füßen, die sanft von den Wellen der Ostsee umspielt wurden und… wartete.

Ich wartete einige Minuten auf den inneren Horror, den der salzige Geruch in mir jeden Augenblick auslösen würde. Auf die dunkle Welle der Panik. Stattdessen zog ich meine Jacke enger um mich, als ein Windstoß mich aus meinen Gedanken riss. Ich wartete weiter und spürte dabei wie meine Füße kalt wurden und ich zu frieren begann. Und dann… wartete ich noch einige Sekunden mehr, bis ein Schritt nach links mich eine Grimasse ziehen ließ, als ich auf eine zerbrochene Muschel trat.

Nun, perfekt war anders. Es war ein klein wenig zu kalt, mit etwas zu unberechenbarem Wind, steinigem Strand und ohne die paradiesisch anmutenden Palmen. Die Ostsee ist nicht das erste Bild, das man sich vorstellt, wenn man von einem paradiesischen Südsee-Urlaubsstrand träumt. Nein, auf „perfekt“ konnte ich hier lange warten.

Genau wie auf die Panik und die Flashbacks. 

Und dann musste ich lächeln.
Ich betrachtete das Wasser, hob meine Hand wie einen Schirm über meine Augen, um nicht von der Sonne geblendet zu werden, sah dem einigermaßen hässlichen Frachtschiff hinterher und dachte…

Nein. Die Ostsee ist nicht perfekt. Und definitiv nicht paradiesisch. Um ehrlich zu sein ist sie fast ein bisschen anstrengend. Sie ist durchaus Meer und Strand, aber eben ohne… ja, ohne den Schein.

Das ist es.
Die Ostsee versucht nicht, mir das Gefühl von trügerischer Sicherheit zu vermitteln – mir, einem jener Menschen, die nun einmal wissen, dass man nie im Leben zu einhundert Prozent sicher ist. Dass es einen Augenblick vollkommenen Glücks nicht gibt, sondern nur das Glück des vollkommenen Augenblicks. Die Ostsee versucht nicht, mir ein Bild zu zeichnen von einem perfekten Außen, während ich doch weiß, dass die Diskrepanz nur schwierig sein kann, wenn das Innen nicht ebenso perfekt ist. Und wer kann das schon behaupten?

Nein, die Ostsee vermittelt kein Bild. Sie trügt nicht. Sie tut nicht so als ob. Sie wähnt mich nicht in Sicherheit, in Zufriedenheit und Glück, sondern erinnert mich mit ihren scharfen Steinen und ihrem frischen Wind daran, dass es egal ist, wie das Wetter draußen ist – solange man es innen warm hat.

Die Ostsee ist… ehrlich.

Die Ostsee ist sanft in ihrer Härte und tröstend in ihrer Ehrlichkeit.
Die Ostsee ist perfekt, weil sie nicht perfekt ist.
Und ja, die Ostsee ist ein bisschen anstrengend und irgendwie… komisch.

 

Die Ostsee passt zu mir.

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Endlich

Die zweite an dieser Stelle wichtige Geschichte hat ihre Wurzeln in einer längst vergangenen Zeit und sie ist eine, mit der ich mich bis heute nur wenig beschäftigt habe (und bei 4,5 Jahren Traumatherapie heißt das etwas) – nämlich vor rund 17 Jahren.

Ich war 13 und meine Klasse ist ins Schullandheim gefahren. Eine Woche Klassenausflug, wie man das eben so macht – mit Lehrern und… naja, allen Schülern und man macht… Ausflüge und Unternehmungen und… nun ja, ich weiß nicht wirklich, wie so etwas abläuft, weil ich nie an Schulausflügen teilgenommen habe.
Nicht in der Grundschule, nicht später, nicht an Tagesausflügen, nicht an Klassenfahrten, nicht am Schullandheim, nicht am Französisch-Austausch ein Jahr später. Meine Mutter war in ihrer unentdeckten Krankheit, ihrem Alkoholismus, ihrer manischen Depression, ihrer Schizophrenie mit mir allein und nicht in der Lage, ohne mich zu sein. Entweder sie hat mir solche Unternehmungen (ähnlich auch mit Besuchen bei Freunden oder dem Kindergarten im Allgemeinen, weil hierfür keine Pflicht bestand) verboten oder, als ich älter wurde, sie mir schlecht geredet. Mir eingeredet, dass ich das nicht kann, dass etwas „passieren“ könnte und… ja, und dann? Darauf gab es keine Antwort, denn das war nicht relevant. Es ging um die Angst – nicht um die Antwort.

„Was machst du, wenn was ist?“ war mein Leben lang mein inneres Mantra. Ein Satz, bei dem ich heute noch ihre Stimme in meinem Kopf höre und der mir in gewisser Weise meine Angststörung antrainiert hat. Bus fahren und nicht aussteigen können – was machst du, wenn was ist? Bei einer Freundin übernachten – aber was machst du, wenn was ist? Schullandheim eine Woche – was machst du, wenn dort was ist? 

Der gesunde Mensch wird es nicht verstehen, wird (zurecht!) fragen: Ja was soll denn sein? Aber als Kind, ohne Vergleich – nun ja, man nimmt eben an, was einem gesagt wird von dem einen Menschen, der der Mittelpunkt ist und der einen großzieht. Kinder stellen nicht infrage. Jedenfalls ging ich nicht mit ins Schullandheim, weil… nun ja – was, wenn etwas ist? Meine Mutter musste also nicht allein sein und ich hatte mir eine Woche Angst davor gespart, nicht zu wissen, was ich tun würde, wenn… was auch immer denn war, ohne je zu wissen, was das denn theoretisch hätte sein können. Diese ominöse, ungreifbare Angst vor… dem Leben, in gewisser Weise, begleitete mich noch viele Jahre. Aber weshalb ist das hier relevant?

Nun, meine Klasse fuhr damals nach Sylt.

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Sylt…

Bis heute verbinde ich mit diesem Wort etwas Negatives, ganz automatisch. Nicht den Ausflug, nicht das Zuhause-bleiben-Müssen, nein. Ich schaffte es offensichtlich mit der Zeit, Sylt und irgendwie auch die Nordsee und die Ostsee selbst mit etwas ausgesprochen Negativem zu verknüpfen. Es ist als hätte ich mir, vermutlich aus naheliegenden Gründen, selbst eingeredet, dass ich… nun ja, dass ich dort nichts verpasst hatte. De facto hatte ich alles verpasst – meine Klasse kam bepackt mit Insidern und Bildern und einem neuen Zusammenhalt zurück und ich war noch mehr Außenseiter als zuvor. Aber in meinem Kopf habe ich begonnen, Sylt zu hassen. Habe mir unter der Nordsee kalten, harten Wind vorgestellt und ständigen Regen. Habe die Ostsee mit einem schlammigen Strand-Gebilde in Verbindung gebracht, Sylt mit ekligem Wattenmeer, Ebbe und Flut hauptsächlich mit Matsch und überflüssig schlechtem Wetter und vielen Würmern. In meinem Kopf war in Norddeutschland IMMER schlechtes Wetter und das Meer hier oben war für mich… nicht einmal ein richtiges Meer, immerhin hatte es keine Palmen. Richtiges Meer hatte doch Palmen, nicht wahr? Niemand würde freiwillig an die Ostsee oder die Nordsee wollen. Ich hatte da oben nichts verpasst – im Grunde konnte ich froh sein, dass ich nicht mit durfte.

Jetzt sitze ich hier und sehe die Buchstaben nur noch verschwommen, froh darüber, dass ich blind tippen kann. Sitze hier, fühle den feinen, warmen Sand an meinen Füßen, spüre den sanften Wind auf meinem Gesicht, die beruhigende Sonne auf meiner Haut und sehe das Meer vor mir, das tröstend vor sich hin plätschert. Und ich kann die Tränen nicht zurückhalten, kann nicht aufhören zu schreiben, bekomme nicht genug von dem beruhigenden Gefühl der Tasten unter meinen Fingern, während die beiden Möwen mir noch immer Gesellschaft leisten – entweder um mich zu trösten, oder, was wahrscheinlicher ist, weil sie mein Fischbrötchen riechen.

Ich sitze an der Ostsee und mir wird bewusst, dass ich bei all den Dingen, den Erfahrungen, den Alpträumen, den Flashbacks, den Zeiten und Situationen in meinem Leben, bei den Jahren der Traumatherapie, bei all der verdammten Selbstreflexion tatsächlich einen Blind Spot übersehen habe. Dass ich es tatsächlich geschafft habe, mich über die Jahre hinweg so in die Abneigung gegenüber dieser Gegend hier zu verrennen, mich so an das Vorurteil gewöhnt habe, dass ich mir nie die Mühe machte, mich damit zu beschäftigen. Immerhin: Wozu? Ich hatte ja nichts verpasst. 

Fuck.

Und jetzt sitze ich hier. An der Ostsee, die sich mir zumindest für diesen Augenblick  von ihrer schönsten und sanftesten Seite zeigt und ich fühle mich… angekommen.

Fühle mich, als würde dieser Ort zu mir sprechen.
Im amüsierten, augenzwinkernden Rufen der Möwen, weil ich so viele Jahre zu spät komme. Im Plätschern der Wellen, die mich beruhigen wollen. Im sanften Rauschen des Ostsee-Windes, der mir tröstend über die Haare streicht, jetzt, da mir Tränen kommen. Und es ist nur ein Wort, das ich wahrnehme. Ein geseufztes Wort, mit einem liebevollen Schmunzeln gesagt. Ein Wort, das alles ausdrückt, was die Ostsee friedlich und versöhnlich, ohne Groll, in mir zur Ruhe kommen lässt, als hätte sie 18 Jahre auf diesen Augenblick gewartet:

 

Endlich.

 

Abschlüsse und Neuanfänge

Die Frage, ob ich das Folgende öffentlich mache, war keine leichte Entscheidung. Ich werde diesen Teil des Beitrags kurz halten, weil es nicht gerade mein liebstes Thema ist. Die Menschen, die das von mir wissen, kann ich an einer Hand abzählen – es ist für gewöhnlich nichts, womit ich hausieren gehe. Aber erfahrungsgemäß ist schonungslose und ehrliche Offenheit in meinen Zeilen immer entweder befreiend für mich oder hilfreich für andere – manchmal beides.

Meine Mutter hat mich großgezogen in einer krankhaften und wahnhaften Angst, allein zu sein – resultierend darin, dass mir 1. nichts passieren durfte und ich 2. niemals erwachsen werden durfte, weil das zwangläufig in einem eigenen Leben enden könnte.

Die Angst davor, dass ich erwachsen werden könnte, äußerte sich später, als die Psychose schlimmer wurde, darin, dass sie phasenweise glaubte, ich sei etwa 5 Jahre alt (in Wahrheit war ich Anfang 20) und auch so mit mir sprach. Oder dass sie, als ich 16 war, als „Überraschung“ mein Zimmer ungefragt umdekorierte und aus meinem beginnenden Jugendzimmer mit dem ersten Poster ein Kinderzimmer mit rosafarbenen Vorhängen machte. Ich ließ es natürlich so, weil ich wusste, es würde sie treffen, wenn ich ihr gestand, dass es mir nicht gefiel.

Die Angst davor, dass mir – egal, in welchem Alter – etwas passieren könnte, äußerte sich darin, dass ich nichts lernen oder tun durfte, was auch nur im Ansatz ein Risiko barg. Ich durfte in meiner Kindheit nicht allein raus, nicht allein zu Freunden, nicht auf Bäume klettern oder in einem See schwimmen gehen.

Und – um die Sache abzukürzen und im Sinne von „kurz und schmerzlos“ – ich habe nie gelernt, Fahrrad zu fahren.

Es wurde mir nicht beigebracht, dann schlecht geredet und als in der Grundschule die Fahrradprüfung anstand, wurde ich krank gemeldet. Als ich mit elf Jahren am Wochenende meinen Vater besuchte, der mittlerweile eine neue Familie hatte, wurde eine Radtour gemacht. Vor meinem Vater und seiner Familie wollte ich mich nicht blamieren, hatte das klassische „Papa soll stolz auf sein Mädchen sein“ und sagte nichts. Natürlich fiel ich bei erster Gelegenheit hin, konnte nicht anfahren und hielt die Gruppe nur auf, weil ich… nun ja, eben nicht Fahrrad fahren konnte. Ich kann mich an Kommentare und Blicke dieses Tages heute noch erinnern und ähnlich wie bei Sylt habe ich das Thema danach für mich abgeschlossen. Es fehlte mir nicht, ich brauchte es nicht, ich verpasste nichts und ich war schon als Kind ein Mensch, der es nicht mochte, etwas nicht zu können – und überhaupt: Fahrradfahren ist ohnehin doof.
Als meine Klasse nach Sylt fuhr, stand an einem Tag eine Fahrradtour aus, die meine Mutter als einer der Hauptgründe anführte, zu Hause zu bleiben: Was machst du denn dann? Du kannst doch nicht Fahrrad fahren. 

Nun, guter Punkt. Sylt, die Nordsee, die Ostsee sind auf Bildern immer voll von Menschen mit Hunden oder Menschen mit Rädern. Radwege und Strecken-Schilder überall, die Klassenfahrt nach Sylt war geprägt von Bildern meiner Klasse auf dem Rad und auch jetzt, bevor ich an die Ostsee fuhr, hörte ich von den großartigen Möglichkeiten, hier oben Fahrrad zu fahren.

Dass dieses Thema im Zusammenhang nicht gerade zu einer Besserung meiner Haltung gegenüber der Gegend hier oben geführt hat, dürfte einleuchten. Es ist übrigens nicht so, dass ich nicht Fahrrad fahren kann. Ich bin rund 18 Jahre später, ich war etwa Mitte zwanzig, auf einem gesessen – mein bester Freund, mit dem ich damals noch zusammenwohnte, hatte mich irgendwann so weit, dass ich mich traute. Ich war damals bereits sportlich, hatte ein gutes Körpergefühl und war nicht ungeschickt – es klappte schon. Aber wirklich Fahrradfahren geht eben anders. Es hat sich nicht gut angefühlt, ich war unsicher, ich hatte Schwierigkeiten, wenn ich blinken wollte und die Hand vom Lenker nahm und überhaupt… mir fehlte, offensichtlich, die Routine. Zudem ist es ein Thema, das tief sitzt und mit Scham behaftet ist (oder zumindest lange Zeit war. „Welcher erwachsene Mensch kann bitte nicht Fahrrad fahren?!“ war natürlich lange ein Gedanke – heute ist Scham nicht mehr das zentrale Thema, weil ich weiß, dass es nichts ist, wofür ich mich schämen müsste oder wofür ich etwas kann. Ein unangenehmes Thema ist es dennoch). Zudem ist es ein Thema, das so triggert, dass ich auch einfach nie den Drang verspürte, mich damit zu befassen. Und immerhin: Es fehlte mir nicht, Fahrradfahren war ja ohnehin doof.

Wenn mich Gruppen von Freunden heute fragen, ob ich bei einer Tour mitkommen möchte, erfinde ich Ausreden – die wenigsten wissen den eigentlich Grund. Ich komme gut damit durchs Leben, ich… nun, ich dachte, ich habe damit abgeschlossen. In Wahrheit ignoriere und meide ich das Thema und die Dringlichkeit, mich damit zu beschäftigen, war nie da.

Nun bin ich an der Ostsee, mittlerweile sind weitere zwei Tage vergangen, meine Reise neigt sich bereits dem Ende zu und… wenn ihr mich auch nur einigermaßen kennt, ahnt ihr, was nun kommt.

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Ich weiß nicht, wie es passiert ist. Ich weiß nicht, warum ich das Bedürfnis hatte und ich weiß auch nicht wirklich, ob ich Spaß hatte – in erster Linie war es merkwürdig.

Aber ich weiß, dass dieser merkwürdige Ort es geschafft hat, dass ich Fahrrad gefahren bin. Dass ich allein am Wasser stand, ohne Gesellschaft, ohne Druck, ohne Notwendigkeit und genau deshalb wusste, dass es nötig war. Und ich weiß, dass ich zwischendurch, als der Wind mir noch stärker ins Gesicht blies, als er es hier oben ohnehin immer macht, anfing zu lachen. Nicht weil mir Fahrradfahren so unglaublich viel Spaß macht und ich jetzt ein neues Hobby entdeckt habe, sondern einfach weil… ich etwas nachholen konnte. Weil ich etwas abschließen konnte. Und vor allem:

Weil es ein versöhnlicher Abschluss war.

 

Fischbrötchen, Klischees und Fragen über Fragen

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In der Nacht von Freitag auf Samstag hat er mich zum Bahnhof gefahren, damit ich meine Rückreise antreten konnte. Für gewöhnlich bin ich einer dieser Menschen, die sich am Ende einer Reise immer, wirklich immer, freuen, wieder nach Hause zu dürfen. Es war das erste Mal in meinem gesamten Leben, das ich stattdessen traurig wurde. Ich stand dort, im Gang seiner Wohnung und er überreichte mir eingepackten frischen Fisch, weil er wusste, wie sehr ich den Fisch hier oben liebte. Und eine Box mit typischen Ostseefischen aus weißer Schokolade. Für die Reise. Für die vielen Stunden, die ich nun vor mir haben würde auf dem Weg nach Hause – weil dieses Zuhause ein paar hundert Kilometer von der Ostsee entfernt war und ich wusste, so schnell würde ich nicht mehr hier sein.

Hier, an diesem Ort, so nah an Hamburg, dass ich die Nähe zu der Weltstadt spüren konnte, aber doch so weit weg, dass ihr Puls mich nicht in meiner Ruhe zum Schreiben störte.
Hier, in der Wohnung dieses Mannes, der es geschafft hatte, dass ich bei ihm übernachtet habe. 
Hier, in dieser Stadt voll von Backsteinhäusern, die ich doch so liebe, mit dem besten Fisch, den ich je gegessen habe und diesen merkwürdig lockeren Menschen und ihrem albernen „Moin“, das mich jedes Mal schmunzeln lässt.
Hier, in der Nähe dieses perfekt nicht-perfekten Meers, das mir innerhalb weniger Tage so viel Frieden geschenkt hat.
Hier, in dieser Gegend, die mich so hat ankommen lassen, als hätte ich diesen Ort immer gesucht ohne es zu wissen.

Hier, an der Ostsee, die es – als wäre alles andere nicht genug – geschafft hat, dass ich endlich wieder schreiben kann – wirklich schreiben. 

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Das Schreiben hat mir gefehlt, mehr als ich sagen kann. Ich rede nicht umsonst so oft davon, dass ich keine Ruhe finde, um wirklich in lange Geschichten abzutauchen. Dass die BDSM-Bloggerin in mir so laut ist, dass die Schriftstellerin in mir sich nicht konzentrieren kann… Ich fange nicht umsonst Fortsetzungsromane an, merke dann aber, dass mir die Ruhe zur Fortsetzung fehlt. Ich schreibe nicht umsonst 20 Seiten lange Blogbeiträge (die noch dazu nur selten tatsächlich BDSM zum Hauptinhalt haben) um etwas zu kompensieren. Mir fehlt das Schreiben – das wirkliche, eigentliche Schreiben, das Erzählen von Geschichten, die Verbindung zu meinen Figuren, das Erfinden von Welten. Das Romane-Schreiben. Denn das ist es, was ich in meinem Leben immer tun wollte, wovon ich immer geträumt habe. Das ist mein Kern… Würde mich jemand fragen, wie ich mich definieren würde – ich würde nicht „Bloggerin“ sagen. Ich würde sagen, ich bin Schriftstellerin. Im Herzen, tief in mir, eigentlich… bin ich Schriftstellerin.

Und dort oben, an der Ostsee, habe ich eine Verbindung zu dieser Seite von mir gespürt, von der ich beinahe fürchtete, sie verloren zu haben: Ich konnte schreiben. Ich hatte Ideen, ich war inspiriert, ich spürte diesen… Sog. Und dieses Gefühl, diese Verbindung zu diesem Teil von mir, der meinen Kern ausmacht, vermisse ich, seit ich in den Zug nach Hause gestiegen bin.

Und nein, ich weiß nicht, was das jetzt heißt. Ob es die kurze Euphorie war, ausgelöst durch die Kombination der Gesellschaft, der Reise, der Abwechslung, der persönlichen Erfahrungen an diesem Meer. Oder ob das Klischee der Schriftsteller am Meer eben doch nicht so weit hergeholt ist.
Gehöre ich auch dazu? Bin ich einer dieser… Künstler, die am Meer auf einmal inspiriert sind? Eine der Schriftstellerinnen, die am Meer plötzlich schreiben können wie nirgends oder nur selten sonst? Hilft mir die Ostsee, endlich wieder abtauchen zu können in das, was mir so lange gefehlt hat? Könnte mir dieses Meer dabei helfen, diese beiden Seiten in mir, die mir doch beide so wichtig sind, zu vereinen? Könnte ich als BDSM-Bloggerin mit der Nähe zu Hamburg am Wochenende ein aufregendes Leben führen und unter der Woche am Strand sitzen und schreiben? Denke ich gerade ernsthaft darüber nach, wie es wäre, da oben zu leben? Oder wird die Ostsee einfach nur ein neuer Ort für mich, an den ich ein paar mal im Jahr fahren werde, um abzuschalten? Und was ist mit Berlin? Fehlt mir Berlin oder fehlen mir einfach nur die Menschen dort? Wie kann es sein, dass ich, wenn ich an Berlin denke, immer an die Menschen denke, an Clubs, an Erfahrungen, an Möglichkeiten – aber nie ein Bild von mir im Kopf habe, wie ich in einem bestimmten Bezirk wohne und mich wohlfühle? Ist es ein Zeichen, dass ich über Monate hinweg nicht in der Lage war, diese Entscheidung über #Berlinruft zu treffen, dass ich es am Magen hatte, dass ich kein richtiges Bauchgefühl dazu hatte, die Entscheidung vor mir herschob und schließlich Corona fast dankbar war, weil ich sie erstmal nicht treffen musste?
Warum habe ich über Berlin jahrelang gesagt, ich könnte nicht dort wohnen, weil die Stadt mich auffressen würde und erst dann, als die Seelenschwester ausziehen wollte und ich einen Neuanfang brauchte, Berlin infrage kam – aber irgendwie auch nur, weil es die einzige andere Stadt war, in der ich ein soziales Netzwerk habe, in der ich Möglichkeiten habe und mich ausleben kann?
Es ist, als würde es die BDSM-Bloggerin in mir nach Berlin ziehen, während die Schriftstellerin in mir von der Ostsee träumt.

Andererseits… kann ich solche Gedanken überhaupt haben, nachdem ich gerademal ein paar Tage dort war und das doch eigentlich nicht beurteilen kann?

Ihr seht – Fragen über Fragen, von denen ich nicht weiß, wie absurd einige von ihnen sind und was sie bedeuten. Aber sie sind da und sie beschäftigen mich, seit ich mich in diesen Zug gesetzt und mich auf die Heimreise gemacht habe.

Was macht man also, als lösungsorientierter, intensiv lebender, aber durchaus pragmatischer Mensch, der auf seinen Verstand hört, aber seiner Intuition folgt?

Richtig…

Antworten suchen

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Die Ostsee hat mir erlaubt, mit einem Teil meiner Vergangenheit abzuschließen, mich mit einem dunklen Teil meiner Kindheit zu versöhnen – friedlich, ohne Reue, ohne „hätte ich diese Erfahrung doch nur schon vor Jahren machen können“. Nichts dergleichen – es ist gut wie es ist. Da ist kein Vorwurf, kein Groll, kein schaler Nachgeschmack. Nur innerer Frieden, Akzeptanz und Wohlwollen. Und Dankbarkeit. Wahnsinnig viel Dankbarkeit, gemischt mit Demut.

Jetzt aber brauche ich Antworten. Ich kenne mich. Diese Erfahrung war so intensiv, hat so viel abgeschlossen, so viel verändert und so viel eröffnet, dass ich das nicht abhaken kann, bis ich weiß, was dort oben auf mich wartet und was die Ostsee für mich ist, was sie für mich sein wird. Ob sie überhaupt etwas sein wird.

Und deshalb… (und ich kann nur hoffen, dass ihr mich jetzt nicht für völlig bekloppt haltet, sondern durch diesen Beitrag ahnt, weshalb sich das für mich richtig anfühlt) werde ich nächste Woche erneut abhauen.

Ich habe über Kontakte eine Möglichkeit gefunden, für kaum Geld eine Woche lang an der Ostsee zu verbringen – nicht bei ihm, wenngleich in seiner Nähe, sondern allein, oder besser: in Gesellschaft einer Person, die eine ähnliche Agenda hat wie ich, die einen Platz zum intensiven Arbeiten sucht und die ebenfalls seit 6 Wochen isoliert lebt. Sie und ich teilen uns für Arbeitszwecke ein Häuschen am Strand. Ich werde den Köter mitnehmen, nicht zuletzt, weil es immer mein Traum war, diesem Tier irgendwann in seinem Leben das Meer zu zeigen, das er als Wasser-affiner Hund einfach lieben wird. Ich reise isoliert und mit allen Vorsichtsmaßnahmen, die ich treffen kann, bin dort oben ebenfalls isoliert, abgesehen von diesen beiden Menschen, die ich kenne und die ebenfalls seit Wochen ähnlich isoliert leben wie ich, und auf die ich mich zudem unglaublich freue.
Denn ja, natürlich werde ich ihn sehen und er wird mich und uns in dem Häuschen besuchen kommen, aber… ja, tatsächlich (und nein, ich sage das nicht nur so) bin ich zum Schreiben dort. Ich möchte mit meinem Hund an den Strand sitzen und stundenlang schreiben, allein mit den Möwen, dem Köter und der Ostsee und herausfinden, was diese Gegend dort oben mir mir vorhat. Ich möchte Antworten finden auf das, was dort vielleicht auf mich wartet. Ich möchte die Schriftstellerin kennenlernen, die ich dort oben vielleicht sein könnte und ich möchte einfach nur schreiben, mich eine Woche lang konzentrieren können und ganz vielleicht einen Schritt näher kommen an einen ersten Roman, den ich endlich veröffentlichen kann.

Am Montag geht es los – da gehen der Köter und ich auf große Reise und ich hoffe inständig, ihr begleitet mich auch in neue Richtungen. Ich nämlich bin voller Vorfreude, voller friedlicher, positiver Energie, wenn ich daran denke. Da ist keine Panik, keine Angst vor dem Verlassen meiner Komfortzone, weil ich ans Meer reise. Da ist so viel Freiheit in mir, so viel verlorener Ballast, der mich durchatmen lässt. So viel Blick nach vorn, so viel Hoffnung, so viel Erleichterung, so viel Frieden und Versöhnung mit der Vergangenheit. So viel Dankbarkeit.

Es ist wie das bittersüße, leicht melancholisch-lächelnde Gefühl, wenn man ein intensives, aufreibendes Buch zu Ende gelesen hat, das einen traurig und nachdenklich macht, aber ein friedliches, gutes Ende nimmt. Man schließt es, streich über seinen Rücken, fühlt die Dankbarkeit und bereitet sich darauf vor, es wegzulegen, ins Regal zu stellen, ihm einen angemessenen Platz zu geben – damit man sich dann darauf freuen kann, das nächste aufzuschlagen. Sich überlegen kann, worauf man nun Lust hat. Etwas heiteres? Etwas spannendes? Etwas schönes? Etwas zum Einschlafen oder lieber etwas zum Nachdenken?

Oder stehe ich einfach in einer Bibliothek, die so groß ist, dass die Leitern meterweise in die Höhe ragen und ich nicht einmal weiß, wo ich anfangen soll?

Begeistert von dem Gefühl, frei zu sein in der Wahl dessen, was ich mir als nächstes ansehe.
Ergriffen von dem Wissen, dass mir alle Möglichkeiten offen stehen und ich mich auf neue Geschichten einlassen lassen darf.
Überwältigt von dem Privileg, die freie Entscheidung zu haben darüber, wovon ich mich als nächstes überraschen lasse.

Endlich.


 

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Und wenn ihr jetzt die Befürchtung habt, dass die BDSM-Bloggerin in mir nun weich wird, ruhiger und zur Ostsee-Schriftstellerin mutiert, die Rosamunde-Pilcher-Romane schreibt, dann… nun ja, kann ich nur lächeln und sagen: 

Meine Lieben… ihr kennt mich doch. 😉

Ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht als spannende Herausforderung empfinden würde, beide Teile zu verbinden. Wenn ich die Ambivalenz in mir, das Pendeln zwischen Extremen nicht zelebrieren und ein wenig brauchen würde. Wenn ich nicht längst darüber nachgedacht hätte, wo es enden könnte, wenn ich für eine Woche ein Haus am Meer mit einer Frau teile, die bei unserer letzten Begegnung ihre Hände an meinen Brüsten und ihre Lippen an meinem Hals hatte, während wir eine halbe Stunden von dem Mann entfernt wohnen, mit dem ich letzte Woche vier Tage und Nächte verbracht habe und dessen Berührungen mit seither fehlen… 

Aber ich schweife ab.

Für solche Gedanken wird es immerhin bald einen eigenen Beitrag geben. Zumindest für jene von euch, die mich weiterhin begleiten möchten und die mit mir gemeinsam herausfinden möchten, wie viel Ambivalenz, wie viel Pendeln zwischen Extremen mein Leben noch so bereit hält. 

Und bevor ihr fragt: Selbstverständlich nehme ich euch mit.

In das Haus am Strand, von dem ich noch immer nicht glauben kann, dass ich es tatsächlich mache.
Auf meine Reise mit dem Köter und eine absolut neue Erfahrung für mich, die sich aber unglaublich richtig anfühlt.
Auf meine Suche nach Antworten auf Fragen, die mich einfach nicht loslassen.

 

An die Ostsee.

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21 Kommentare zu „Der Ruf der Möwe

Gib deinen ab

  1. Dich so zu lese treibt mir die Tränen der Freude in die Augen. Es freut mich unendlich, dass du diese Verbindung zum Meer gefunden hast bzw. deine frühere ein wenig in andere Bahnen lenken kannst. Ich wünsche dir für deine Reise (in jeder Hinsicht) alles Gute und freue mich, wieder von dir zu lesen. Pass auf dich auf.

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  2. Deine Blogbeiträge lese ich am Liebsten in der Nacht: Stille und Klarheit.
    Beides wünsche ich Dir bei Deiner Reise zu Dir selbst an diesem wundervollen Ort dem Meer, das oftmals mit dem Leben selbst verglichen werden kann:
    Tobende Stürme, das sich aufbrausende Meer, Dunkelheit, Nebel, aber doch immer ist eines Gewiss, es folgen immer eine stille See, die da im Licht der Sonne wie neu geborenen daliegt.

    Geniesse es!

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  3. Deine Blogbeiträge lese ich am Liebsten in der Nacht: Stille und Klarheit.
    Beides wünsche ich Dir bei Deiner Reise zu Dir selbst an diesem wundervollen Ort dem Meer, das oftmals mit dem Leben selbst verglichen werden kann:
    Tobende Stürme, das sich aufbrausende Meer, Dunkelheit, Nebel, aber doch immer ist eines Gewiss, es folgen immer eine stille See, die da im Licht der Sonne wie neu geborenen daliegt.

    Geniesse es!

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  4. Wow, was für ein Beitrag. Ich hatte nahezu druchgehend Gänsehaut beim Lesen.
    Ich möchte dich zu deinen Fortschritten vom Herzen beglückwünschen.

    Allerdings möchte ich dich auch auf einen klitzekleinen Fehler hinweisen: Bei der „Sturmmöwe“ handelt es sich um eine Silbermöwe, zu erkennen an dem roten Fleck am Schnabel. Außerdem sind Silbermöwen etwas größer als Sturmmöwen. Das Wissen aber nicht viele, selbst die meisten Norddeutsche unterscheiden nur zwischen Lach- und Stormmöwen. Ich konnte allerdings nciht anders als es trotzdem zu korrigieren 😅

    Auch mir bedeutet die Ostsee was, und kann das mit der Schriftstellerei am Wasser aus eigener Erfahrung bestätigen. Das Meer scheint auf die zum Schreiben notwendige „Energie“ einigen Einfluss zu haben.

    Alles Gute für deinen Weg und deinen baldigen Aufenthalt an der Ostsee 🙂

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  5. Wow, was für ein Beitrag. Ich hatte nahezu druchgehend Gänsehaut beim Lesen.
    Ich möchte dich zu deinen Fortschritten vom Herzen beglückwünschen.

    Allerdings möchte ich dich auch auf einen klitzekleinen Fehler hinweisen: Bei der „Sturmmöwe“ handelt es sich um eine Silbermöwe, zu erkennen an dem roten Fleck am Schnabel. Außerdem sind Silbermöwen etwas größer als Sturmmöwen. Das Wissen aber nicht viele, selbst die meisten Norddeutsche unterscheiden nur zwischen Lach- und Stormmöwen. Ich konnte allerdings nciht anders als es trotzdem zu korrigieren 😅

    Auch mir bedeutet die Ostsee was, und kann das mit der Schriftstellerei am Wasser aus eigener Erfahrung bestätigen. Das Meer scheint auf die zum Schreiben notwendige „Energie“ einigen Einfluss zu haben.

    Alles Gute für deinen Weg und deinen baldigen Aufenthalt an der Ostsee 🙂

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    1. Tatsächlich hab ich super viel recherchiert und erkenne die Unterschiede – eigentlich war nur das Bild nicht das von dem Augenblick, von dem ich erzählt habe an dieser Stelle 😀 Aber ich mag es, wenn Menschen genau sind und ein Auge auf so etwas haben, also danke 🙂

      und danke auch für den Rest deines Kommmentars ❤

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  6. Meine Liebe Lia

    Es ist so schön, endlich wieder mal etwas von dir lesen zu können. Und wie erwartet war es wieder ein Wechselbad der Gefühle. Anfänglich kullerten mir ein paar Tränen über die Wangen, dann lief es mir kalt über den Rücken hinunter und zum Schluss zeigte sich ein breites Lächeln auf meinem Gesicht. Es ist einfach nur schön zu sehen, was dieser Ort mit dir gemacht hat. Und ich freue mich riesig, wie Du dir sicher schon denken kannst, darauf wieder mehr und noch mehr von dir zu lesen.

    Für mich war der Quarantänekerker leider nie ein Anlaufort. Denn ich kann und will mich nicht noch in einen Ort einleben, der mir noch mehr Zeit vom ’normalen Leben‘ zu Hause weg nimmt. Deswegen bleibe ich bei den Blogs und Twitter. Dort kann ich mehr selber bestimmen, wann ich mir die Zeit dafür nehmen kann und will.

    Deswegen finde ich es auch aus Eigeninteresse wunderschön, wieder mehr von dir zu lesen.

    Aber ich muss auch sagen, dass ich mich sehr für und mit dir freue, dass Du diesen Weg gehen kannst. Und ich wünsche Dir alles Gute für den neuen Abschnitt. Der Köter wird sich hoffentlich genau so darüber freuen, wie Du auch.

    Danke für deine Offenheit und deine Gedanken, sie helfen mir immer wieder auch bei mir andere Seiten zu entdecken.

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    1. Verrückt vermutlich, dass man als BloggerIn auf die Kommentare von bestimmten Lesern wartet… Einfach, weil sie schon so lange dabei sind und irgendwie… dazugehören. Als wäre der Beitrag erst dann wirklich da draußen angekommen.

      Ich danke dir – für deine Worte, fürs Hiersein und für die Wünsche. ❤

      Du liest von mir 😉

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  7. Viel Erfolg bei allem, was du dort vorhast und dass, du alles finden mögest, was du dort suchst. Auf das die Zeit dir dort Ruhe, Frieden und Glück bringt.

    Alles Gute!

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  8. Du treibst mir die Tränen in die Augen Ophelia. Keine Tränen der Trauer, eher Tränen der Rührung und des Mitgefühls. Ich freue mich so das Du diese Erfahrung gemacht hast und als bereichernd empfunden hast.
    Hat Thomas Mann nicht auch an der Ostsee gelebt ?
    Ich sende Dir jetzt per Email eine Audiodatei. Drauf Meer, Möwen und Dampfer. Vielleicht für die Fahrt da hoch.
    Hab eine gute Zeit.

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  9. Danke für diesen so wunderwunderwunderschönen Text. Es war Zufall, dass ich deinen Blog gefunden habe, aber ich bin umso glücklicher darüber. Deine Art zu schreiben löst so viel in mir aus. Du hast die Lust am Schreiben wiedergefunden. Durch deinen Text habe ich die Lust am Lesen wiedergefunden. Danke dafür. Bitte hör nie auf zu schreiben, denn solche Schriftsteller wie dich braucht die Welt. Brauche ich auf jeden Fall. Danke, danke, danke ❤

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  10. Danke für diesen wunderwunderwunderschönen Text. Ich hab deinen Blog durch einen Zufall auf Twitter gefunden und ich bin so dankbar dafür. Ich liebe deine Art, zu schreiben und es hat so vieles in mir ausgelöst. Du hast durch diese Erfahrungen die Lust am Schreiben wiedergefunden – durch deinen Text habe ich die Lust am Lesen wiedergefunden. Danke dafür. Ehrlich. ❤

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  11. ‪Es ist so unglaublich faszinierend diese Zeilen zu lesen. Zu spüren wie das Innere einen wie ein starker Wellengang rhythmisch durchspült. Als ob man vor lauter Gedanken und Emotionen nicht fähig ist zu sprechen, es irgendwie aus einem herausplatzt. Ich liege in einem seelenlosen Hotelbett am anderen Ende der Republik und spüre die Sehnsucht nach dem Strand unter deinen Füßen wie ein Surrogat für all die Dinge die mir fehlen, die ich aber unbewusst versuche zu verstecken. Wie einen Luftballon den man versucht in ein Eimer zu quetsche, der jedes Mal an einer anderen Ecke wieder herausquillt. Bei mir ist das zum Beispiel auch diese Art von bewegender Literatur und die Offenheit der Gedanken die damit einhergehen. Zu lesen nur um des Lesens willen. Hauptsächlich aber spüre ich die Freude darüber wie du mit dem immer deine Wunden Punkte suchst und aber nicht den Finger in fie Wunde steckst sondern die Stelle so liebevoll gesund massierst. Sozusagen mit bestimmtem Druck aber auch einer Freiheit dem Ausgang gegenüber.‬

    ‪Mit dem Vertrauen das es gut werden wird, einfach weil man dran ist. Der Weg schon das Ziel ist.‬

    ‪Um mit einer leichteren (und trotzdem wahrheitsgemäßen) Note aufzuhören: beim Lesen lief mir salzige Flüssigkeit über die Wange, langsam wie Pre Cum, und damit so heilend wie euphorisch wie ebendies. ‬

    ‪Herzlichen Dank für deine schönen Gedanken die aufwühlen und gleichzeitig versöhnlich machen!‬

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    1. Es fühlt sich ausgesprochen merkwürdig an, immer aufs Neue, zu lesen, welche GEdanken und Gefühle diese für doch so persönlichen, emotionalen Texte hervorrufen und zugleich sind es immer diese Kommentare, die mir zeigen, dass es richtig ist, diese Texte zu veröffentlichen. Danke dir, von Herzen ❤ Vor allem für das Bild mit der Wunde und der Massage…. ❤

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  12. Wunderbar berührende Ausführungen und immer spannend, so etwas zu lesen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls ein glückliches Händchen, nicht nur an der Feder, sondern auch was zu treffende Entscheidungen angeht. Oder die Weisheit, nicht so glückliche Entscheidungen zu erkennen und mit fester Hand zu korrigieren.

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